Der Präsident der Ukraine hat wiederholt die Verbündeten des Landes aufgefordert, seine Verteidigungssysteme zu verstärken, um seine kritische Energieinfrastruktur angesichts der anhaltenden russischen Angriffe zu schützen.
Einige Luftverteidigungssysteme, die von westlichen Verbündeten bereitgestellt wurden, waren in einem kritischen Moment leer geworden, als Russland seine jüngste Angriffs-Welle auf zivile Ziele und Infrastruktur in der Ukraine startete, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Freitag.
„Bis heute Morgen hatten wir mehrere Systeme ohne Raketen. Heute kann ich das offen sagen, denn heute habe ich diese Raketen,“ sagte Wolodymyr Selenskyj am Freitag vor Journalisten auf einer Pressekonferenz in Kiew.
Selenskyj hat wiederholt die Verbündeten aufgefordert, die Luftverteidigungssysteme der Ukraine zu verstärken, um ihre lebenswichtige Infrastruktur vor Angriffen in Russlands umfassendem Krieg zu schützen, der sich seinem vierjährigen Jubiläum nähert.
In den letzten Monaten hat Russland seine Kampagne gegen das Energiesystem des Landes verstärkt, um Strom und Heizung in der kalten Jahreszeit abzuschneiden. Kiew ist dabei insbesondere zu einem primären Ziel geworden.
In einigen Stadtteilen wurden Notzelte in Wohngebieten installiert, in denen sich Menschen aufwärmen können, während russische Angriffe die Bewohner ohne Strom, Wasser und Heizung zurücklassen.
Nach Angaben des neu ernannten Energieministers Denys Shmyhal hat Russland im vergangenen Jahr 612 Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes geführt, und er fügte hinzu, dass Moskau seit dem Beginn seiner groß angelegten Invasion kein ukrainisches Kraftwerk verschont habe.
Die Regierung sei nun damit beauftragt worden, die Stromimporte zu erhöhen und die Nutzung von Backup-Energiequellen auszuweiten, sagte Selenskyj in einer Videoansprache.
„Es ist wichtig, dass staatliche Institutionen und lokale Behörden in voller Kommunikation mit Unternehmen und Energieversorgern bleiben — mit allen, die Ressourcen zu unserer gemeinsamen Widerstandsfähigkeit beitragen können,“ fügte er hinzu.
Selenskyj merkte außerdem an, dass er mit dem Verteidigungsminister der Ukraine sowie dem Oberbefehlshaber der Luftwaffe über den Schutz der Energieinfrastruktur des Landes gesprochen habe und bekräftigte erneut sein Engagement für die Diplomatie mit den westlichen Verbündeten.