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Sieben Abgeordnete verlassen Wilders‘ niederländische rechtsextreme Partei – ein Schlag gegen die Parteiführung

20. Januar 2026

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Die Abspaltungen bedeuten, dass Geert Wilders‘ Freiheitspartei (PVV) nicht mehr die größte Oppositionskraft im 150 Sitze umfassenden Repräsentantenhaus ist.

Sieben niederländische Abgeordnete traten am Dienstag von Geert Wilders‘ rechtsextremen Freiheitspartei (PVV) zurück, um ihre eigene Fraktion zu bilden, was dem umstrittenen anti-Islam-Brandstifter einen erheblichen Schlag versetzte, der bei den nationalen Wahlen des vergangenen Jahres nur knapp den Sieg verpasst hatte.

In einer Stellungnahme auf X sagte Wilders: „Ein schwarzer Tag für die PVV. Aber wir machen weiter. Für die Niederlande. Und die Sonne wird wieder scheinen.“

Wilders sagte Reportern im Parlament, dass die abgehenden Abgeordneten mit seinem Plan, eine Politik der „harten Opposition“ gegen die neue Regierung zu verfolgen, sobald sie endgültig gebildet wird, nicht zufrieden seien.

Die Abspaltungen markieren die größte Herausforderung für Wilders‘ Einfluss auf die Partei seit ihrer Gründung im Jahr 2006.

Infolgedessen ist die PVV nicht mehr die größte Oppositionskraft im 150 Sitze umfassenden Repräsentantenhaus.


Die niederländischen Parlamentsgebäude in Den Haag, 9. Februar 2021


Die PVV gewann 26 Sitze bei der Wahl im Oktober, dieselbe Zahl wie die zentristische D66, die einen etwas größeren Stimmenanteil erhielt und derzeit die Verhandlungen führt, um eine dreiparteilige Minderheitsregierung zu bilden.

Andere Parteien im zersplitterten niederländischen Parlament haben sich verpflichtet, konstruktiv mit einer Minderheitsverwaltung zusammenzuarbeiten, die sich voraussichtlich aus D66, den Christdemokraten und der rechtsgerichteten Volkspartei für Freiheit und Demokratie bildet.

Die sieben abgehenden Abgeordneten planen, im Parlament eine eigene Fraktion zu bilden, angeführt vom langjährigen PVV-Abgeordneten Gidi Markuszower.

Der nationale Rundfunksender NOS zitierte Markuszower dahingehend, dass die Abgeordneten nach der letzten Wahl versucht hätten, innerhalb der PVV eine Diskussion zu beginnen, dies aber „nicht möglich“ gewesen sei.

Wilders, der gelegentlich als der niederländische Donald Trump bezeichnet wird, ist bekannt für seine harte Anti-Einwanderungspolitik und seine offene Kritik am Islam. Im Jahr 2014 wurde er wegen Beleidigung von Marokkanern verurteilt, nachdem er auf einer Wahlabendkundgebung entsprechende Äußerungen gemacht hatte.

Als dienstältestes Parlamentsmitglied lebt Wilders seit mehr als zwei Jahrzehnten unter Rund-um-die-Uhr-Schutz aufgrund wiederholter Morddrohungen.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.