„Wer glaubt, dass alles käuflich sei, sollte sich auch daran erinnern, dass nach dieser Philosophie jeder verkauft werden könne“, sagte Donald Tusk auf der Münchner Sicherheitskonferenz.
Auf der jährlichen Sicherheitskonferenz in München hielt der polnische Ministerpräsident Donald Tusk eine feierliche Ansprache anlässlich der Verleihung des Ewald-von-Kleist-Preises an das ukrainische Volk, das für seine heldenhafte Verteidigung von Souveränität und Freiheit angesichts der russischen Invasion geehrt wurde.
Tusk sprach von der Ukraine als Beispiel für Mut und Entschlossenheit und würdigte sowohl den Mut der Verteidiger als auch die Härten der Zivilbevölkerung.
Einer der stärkeren Punkte der Rede war die Widerlegung von Behauptungen über den angeblichen Kollaps des Westens oder der NATO. Tusk wandte sich entschieden gegen Narrative, die darauf hindeuten, dass das Bündnis veraltet sei. „Ich höre Meinungen, dass Europa am Rande des Zusammenbruchs stehe, dass die NATO obsolet sei… Unsinn“, sagte er.
Der Premierminister warnte vor politischem Realismus, der ausschließlich auf Interessen und Transaktionen basiert, und sagte, dass eine solche Philosophie die Grundlagen der Zivilisation gefährdet.
Es lebe ein starkes und vereintes Europa
In seiner Rede zitierte Tusk die Erfahrungen Polens und der Ukraine als Beispiele dafür, wie westliche Werte echte Bedeutung haben und Gesellschaften mobilisieren.
„Und auch dafür zu erinnern, dass das, was für den Westen zu einer langweiligen alltäglichen Realität geworden ist, wie Rechte und Freiheiten, Verfassungen und Demokratien, Wohlstand und Vorhersehbarkeit, wozu wir aufgehört haben, uns zu kümmern, und zu dem wir angefangen haben zu untergraben und zu hinterfragen, etwas ist, wofür ihr bereit seid zu kämpfen“, merkte Tusk an.
Er betonte auch, dass „ein vereinter Westen mit seinen Werten und Institutionen (…) die beste politische Erfindung in der Geschichte der Menschheit ist“, und fügte hinzu, dass diese Ordnung weder von äußeren noch von inneren Feinden zerstört werden darf.
Die Münchner Sicherheitskonferenz ist eines der wichtigsten jährlichen Treffen weltweiter Führungspersönlichkeiten, die sich der internationalen Sicherheit und der Zukunft der globalen Ordnung widmen.
Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenski, der die Auszeichnung in München gemeinsam mit Vertretern des ukrainischen Volkes erhielt, hob ebenfalls die Bedeutung der Unterstützung von Verbündeten und die Fortsetzung der Verteidigung von Freiheit und territorialer Integrität hervor.