Germanys Staatsminister für Kultur Wolfram Weimer soll nach Glen zufolge Tricia Tuttle als Direktorin der Berlinale ersetzen lassen haben, während sich die Folgen der pro-palästinensischen Haltung vieler Teilnehmer fortsetzen.
Ein Zank um Antisemitismus und die Reaktion des Berlinale-Komitees ist Gegenstand eines eilends anberaumten Regierungstreffens, das am Donnerstag stattfinden soll.
Der Kulturminister Deutschlands, Wolfram Weimar, hat eine außerordentliche Sitzung des Staatlichen Kulturbeirats (KBB) einberufen, bei der auch über das Schicksal der Berlinale-Direktorin Tricia Tuttle entschieden werden soll.
Laut der deutschen Bild Zeitung und Regierungskreisen soll der Aufsichtsrat auch die künftige Ausrichtung der Berliner Internationalen Filmfestspiele sowie weitere personelle Veränderungen in den Sondergesprächen erörtern.
Wolfram Weimer und Tricia Tuttle sollen nach Berichten übereinstimmend der Ansicht sein, dass sie aufgrund der enormen politischen Turbulenzen dieser Ausgabe, die am Sonntag endete, nicht länger das Festival lenken kann.
Die Zeitung schreibt, dass die Debatte darüber, sich bei der Preisverleihung zu äußern, Weimar zu Maßnahmen gezwungen habe. Sie behauptet zudem, dass sowohl Weimar als auch Tuttle der Auffassung seien, dass ein Neuanfang notwendig sei, weil die Berlinale, eines der drei großen Filmfestivals Europas neben Cannes und Venedig, von anti-israelischen Aktivisten missbraucht worden sei.
Vorahnungen und Proteste
Diese Ausgabe 2026 war Tuttes zweite Amtszeit an der Spitze der Berlinale. Einen Tag vor der Übernahme warnte sie davor, dass der Eindruck, den Deutschland in Bezug auf die Kontrolle der Meinungsfreiheit im Nahost-Konflikt hinterlasse, die Veranstaltung direkt beeinflusse.
Sie äußerte auch Befürchtungen, dass Kritik an Israel in Deutschland als Antisemitismus verurteilt werden könnte, insbesondere nach dem Beschluss des deutschen Parlaments im Jahr 2024 zum Schutz jüdischen Lebens, eine umstrittene Maßnahme, die Gegner dazu veranlasst hat zu sagen, dass sie Kritik an Israel mit Antisemitismus gleichsetze.
Solche Stimmungen haben die Berlinale schon immer schwer belasten, da sie weithin als das Großfestival gilt, bei dem politische Fragen am stärksten im Vordergrund stehen.
Auf die Frage bei der Eröffnungspressekonferenz, ob Filme Veränderungen im politischen Bereich bewirken können, sagte der Juryvorsitzende Wim Wenders: „Filme können die Welt verändern“, aber „nicht auf politischer Ebene. Wir müssen uns aus der Politik heraushalten, denn wenn wir Filme machen, die ausdrücklich politisch sind, betreten wir die politische Arena.“
Dies führte zu Kritik in den sozialen Medien und später zu einem prominenten offenen Brief, der der Berlinale vorwarf, sich nicht zu Gaza zu äußern.
Der Streit kulminierte am Samstagabend bei der Abschlussfeier: Mehrere Preisträger nutzten ihre Dankesreden, um ihre Unterstützung für Palästina und Gaza auszudrücken.
Der deutsche Umweltminister Carsten Schneider verließ die Zeremonie, als der palästinensische Regisseur Abdallah Al-Khatib, dessen Film Chronicles From The Siege den Hauptpreis in der Perspektiven-Sektion gewann, die deutsche Regierung der „Mitschuld am Völkermord in Gaza durch Israel“ beschuldigte.
Das Festival sah sich später gezwungen, auf Vorwürfe von deutschen Politikern zu reagieren, die die Reden als „inakzeptabel“, „antisemitisch“ und „bösartig“ bezeichneten. Das Festival erklärte der US-Veröffentlichung Deadline: „Nach unserem Verständnis lag alles, was am Samstag gesagt wurde, im Rahmen der deutschen Meinungsfreiheit.“
Vor der Sitzung am Donnerstag betonte Kulturminister Weimer: „Die Berlinale darf kein Ort der Aufstachelung, Bedrohungen oder Antisemitismus sein. Hass gegen Israel hat dort keinen Platz – insbesondere nicht finanziert mit Steuergeldern.“
Es ist noch unklar, wer Tricia Tuttle an der Spitze der Berlinale beerben wird.