Der Persische Golf ist derzeit von Feindseligkeiten geprägt. Die Straße von Hormuz ist für den Schiffsverkehr geschlossen; nur Schiffe mit Verbindungen zu China oder Russland dürfen durch die Meerenge fahren.
So hatten sich die Urlauber ihre Kreuzfahrt nicht vorgestellt: Die eskalierende Krise im Nahen Osten hat Tausende von Touristen auf ihren Schiffen in der Golfregion strandend zurückgelassen. US-Militärbasen im Persischen Golf geraten nun unter Beschuss durch den Iran als Reaktion auf die Angriffe der USA und Israels am Samstagmorgen.
Auf dem Kreuzfahrtschiff Mein Schiff 4 der Reederei TUI Cruises, das sich derzeit im Hafen von Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten befindet, schlug am Sonntagnachmittag laut Beobachtern eine Rakete ins Wasser nicht weit vom Schiff entfernt ein. Schwarze Rauchwolken stiegen über dem Meer auf, berichtet die Bild-Zeitung.
Die Lage an Bord soll angespannt sein. Es ist noch unklar, ob es Verletzte unter den etwa 2.500 Passagieren und rund 1.000 Besatzungsmitgliedern gibt. Die rund 2.000 Passagiere sollten am Sonntag ihre Heimreise nach Deutschland von Dubai aus antreten.
Zurück zum Schiff – ohne Gepäck und frische Wäsche
Neben der Mein Schiff 4 ist auch die Schwester Mein Schiff 5 im Hafen von Doha betroffen.
Ihre Passagiere wollten am Samstag ihre Reise beenden und von Doha, der Hauptstadt Katars, nach Deutschland zurückfliegen. Einige hatten bereits ihre Sitze im Flugzeug eingenommen, als die Flüge umkehren mussten. Den Passagieren selbst zufolge warteten sie rund 10 Stunden am Flughafen, bevor sie am Abend wieder zur Mein Schiff 5 gebracht wurden. Die Passagiere mussten ihr Gepäck am Flughafen zurücklassen.
Auf dem Schiff wurden umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen: Das Betreten des Außendecks bleibt verboten, alle Personen müssen an Bord bleiben und nach Möglichkeit auch Fenster meiden.
Hinweise auf einkommende Raketen vom Katarischen Zivilschutz erreichen von Zeit zu Zeit die Smartphones der Passagiere.
Auch Flugpassagiere sind gestrandet
Insgesamt liegen derzeit sechs Kreuzfahrtschiffe in den Häfen von Port Rashid in Dubai, Abu Dhabi und Doha vor Anker. Zu den weiteren betroffenen Schiffen gehören die MSC Euribia von MSC Cruises, die Celestyal Discovery und Celestyal Journey von Celestyal Cruises sowie die Aroya der saudischen Reederei Aroya Cruises.
Zahlreiche Länder in der Region haben ihren Luftraum geschlossen, wodurch nicht nur der Schiffsverkehr, sondern auch Rückkehrreisen per Flugzeug unmöglich geworden sind. Tausende von Passagieren sind gestrandet und wissen nicht, wann sie wieder nach Hause zurückkehren können.
Es bleibt unklar, wann und wie die Gestrandeten evakuiert werden können oder wie sie ihre Reisen fortsetzen.