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Deutschland richtet Restitutionsrat ein, um kolonialzeitliche Kulturgüter zurückzugeben

3. April 2026

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Deutschland richtet einen Rat ein, der die Rückgabe von Kulturgut und menschlichen Überresten überwachen soll, die aus ehemaligen Kolonien entnommen wurden.

Deutschland hat Pläne bekannt gegeben, eine Einrichtung zu schaffen, die Kunstwerke und Artefakte sowie menschliche Überreste, die in einem kolonialen Kontext erworben wurden, repatriieren soll.

„Der erwartete ‚Koordinationsrat für Rückgaben von Kulturgut und menschlichen Überresten aus kolonialen Kontexten‘ wird Vertreterinnen und Vertreter der Zentralregierung, der 16 Bundesländer und verschiedener Kommunen umfassen.“

„Ziel ist es, Rückgabeprozesse so transparent wie möglich zu gestalten und die Kommunikation mit internationalen Partnern zu koordinieren“, heißt es in der Erklärung des Auswärtigen Amts. Die Erklärung folgt auf ein Treffen auf Spitzenebene, das letzte Woche in Berlin stattgefunden hat.

Aufgrund einer Vereinbarung zwischen den deutschen Bundesländern und der Zentralregierung im Jahr 2019 begann das Land aktive Bemühungen zu unternehmen, Artefakte aus öffentlichen Sammlungen, die illegal im kolonialen Kontext entwendet worden waren, zurückzugeben.

Kürzlich haben Länder wie Kamerun, Tansania, Ghana und Togo Rückgabekomitees eingerichtet, die mit Deutschland in Kontakt stehen, um die Rückgabe verschiedener Artefakte an ihre Heimatländer zu veranlassen.


FILE: Officials from Germany and Nigeria beside two Benin Bronze sculptures after signing an agreement in Berlin, 2022.


Im Jahr 2022 besuchte Annalena Baerbock, die damalige deutsche Außenministerin, Nigeria, um die ersten 20 Benin-Bronzen — eine Gruppe von Skulpturen, die in Nigeria beheimatet sind und dekorierte Plaketten, Gedenkköpfe und persönliche Schmuckstücke unter anderem umfassen — aus fünf deutschen Sammlungen zurückzugeben.

„Wir gehen einen längst überfälligen Schritt. Er wird nicht alle Wunden der Vergangenheit heilen“, sagte Baerbock in Bezug auf die Rückgabe der Bronzen im Jahr 2022. „Aber gemeinsam mit den Ländern, Städten und Museen zeigen wir, dass Deutschland seine Bemühungen, seine dunkle koloniale Geschichte aufzuarbeiten, ernst nimmt.“

Die Bronzen wurden ursprünglich im 19. Jahrhundert von britischen Truppen aus Nigeria entwendet, und einige von ihnen wurden laut dem Auswärtigen Amt von deutschen Sammlern auf Auktionen in London gekauft.

Nun beabsichtigt Deutschland mit dem Koordinationsrat, „eine wichtige Botschaft zu senden, dass wir es ernst meinen, unsere koloniale Vergangenheit anzugehen“, sagte Wolfram Weimer, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.