Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung könnte die Marine ihre logistische Basis in Djibouti auch für Seeaufklärungsmissionen nutzen.
Kanzler Friedrich Merz plant, am Freitag bei Gesprächen in Paris ein konkretes Angebot für eine deutsche Beteiligung an einer möglichen Militärmission zur Sicherung der Straße von Hormuz vorzulegen.
Nach dem Vorschlag soll die Bundeswehr Minenjagdboote, ein Begleitschiff und Aufklärungsflugzeuge nach Beendigung der Kampfhandlungen bereitstellen, vorausgesetzt, dass bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
Die Mission würde sich speziell auf Minenräumung und maritime Aufklärung sowie Langstreckenüberwachung des Seegebiets erstrecken, so Quellen der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Die Bundeswehr besitzt derzeit acht Minenjagdboote und zwei Minentauchboote, doch wie viele davon eingesetzt werden könnten, ist noch unklar. Die Minenjagdboote, die mehr als 50 Meter lang sind, werden üblicherweise von einer Besatzung von 42 Soldaten bemannt, die bei Bedarf durch Minentaucher verstärkt werden können.
Merz reist am Freitag nach Paris zu einem internationalen Treffen, das von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer ausgerichtet wird.
Auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wird voraussichtlich teilnehmen. Weitere potenzielle Unterstützer einer Mission zur Sicherung der Straße von Hormuz sollen per Videolink zugeschaltet werden.
Strenge Bedingungen
Nach einem Treffen mit dem irischen Ministerpräsidenten Micheál Martin in Berlin machte Merz deutlich, dass eine mögliche Mission strengen Bedingungen unterliegen würde.
Merz fügte hinzu, dass eine deutsche Beteiligung an einer Mission zur Sicherung der Meerenge erst nach „mindestens einem vorläufigen Waffenstillstand“ sowie der Zustimmung durch die Regierung in Berlin und das Parlament erfolgen könne.
„Wir sind davon noch weit entfernt“, sagte er.
Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung könnte die Marine ihre logistische Basis in Djibouti auch für Seeaufklärungsmissionen nutzen.
Die Basis in Ostafrika gilt als strategisch günstig gelegen für Einsätze in der Region.
Zusätzlich wird erwogen, NATO-Partner im Nordatlantik zu entlasten, um deren Streitkräfte für eine mögliche Mission in der Straße von Hormuz freizusetzen.
Der Durchgang durch die Wasserstraße, durch die vor dem Krieg ein Fünftel der weltweiten Rohöl- und LNG-Lieferungen strömten, ist seit Ausbruch des Iran-Krieges durch Luftangriffe der USA und Israels am 28. Februar nahezu vollständig zum Erliegen gekommen.
Dies hat die Energiepreise weltweit in die Höhe schnellen lassen, wobei der Chef der Internationalen Energie-Agentur am Donnerstag warnte, dass Europa möglicherweise nur noch „etwa sechs Wochen Jet-Kerosin übrig“ habe, falls die Lieferungen weiterhin blockiert bleiben.