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Deutschlands Kanaldorf bewahrt eine 129 Jahre alte Schiffspost-Tradition

1. Mai 2026

Im Spreewald-Walddelta südöstlich von Berlin ist die Postzustellerin Andrea Bunar wieder damit beschäftigt, Briefe mit der Barke zuzustellen, während der Frühling die Wasserwege eröffnet. Nach monatelangen Winterfahrten mit dem Auto kehrt die 55-Jährige zurück, um durch die engen Flüsse und Bäche rund um Lehde zu steuern.

Der Ort, ungefähr 100 Kilometer von Berlin entfernt, ist der einzige Ort in Deutschland, an dem die Post noch mit dem Boot ankommt. Bunar arbeitet seit 14 Jahren auf dieser Route und befördert wöchentlich etwa 600 Briefe und 80 Pakete auf einem acht Kilometer langen Rundkurs.

Der Spreewald, ein UNESCO-Biosphärenreservat mit mehr als 300 Kilometern Wasserwegen, hat das lokale Leben hier lange geprägt. Im Winter erschweren zugefrorene Wege die Zustellung per Auto.

Im Frühling und Sommer nutzt Bunar ein einziges Ruder, um ihre gelbe Barke zu steuern, und wirft die Post direkt in die Postkästen am Flussufer, eine Routine, die seit 129 Jahren besteht.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.