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Das deutsche Dorf, das sich gegen den Hormuz-Schock immunisierte.

30. Mai 2026

Wenn die Hormuz-Krise die Energiepreise in ganz Europa nach oben trieb, hatten die meisten Haushalte kaum eine Wahl, den Schock zu verkraften. Die Einwohner von Feldheim, einem kleinen Dorf im Osten Deutschlands, bemerkten das kaum. Sie zahlen nur 12 Cent pro Kilowattstunde für Strom.

Die 130 Einwohner von Feldheim beziehen Strom und Heizung aus einem Verbund von Windkraftanlagen am Dorfrand, einer Biogasanlage, die mit lokal erzeugter Maissilage und Mist betrieben wird, einem Solarpark auf einem ehemaligen sowjetischen Militärgelände und einem Holzchips-Kessel als Backup. Gemeinsam erzeugen die Anlagen weit mehr Energie, als das Dorf tatsächlich benötigt; der Überschussstrom wird ins nationale Netz eingespeist.

Eine Zehn-Megawatt-Batteriespeicheranlage, teilweise finanziert aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, hält das lokale Netz stabil, wenn sich die Bedingungen ändern.

Um all dies zum Laufen zu bringen, bedurfte es kreativer Ideen — einschließlich des Baus eines völlig neuen Elektrizitätsnetzes, als die großen Versorgungsunternehmen sich weigerten, mitzuspielen. Doch für Michael Raschemann, den Leiter von Energiequelle — dem Energiekonzern hinter dem Projekt — beweist es, dass Energieautarkie in diesem Maßstab nicht nur möglich ist — sie ist essenziell.

„Kleine Dörfer wie Feldheim kommen wirklich zum Leben — im besten Sinn —, wenn sie direkt von der Energie profitieren können, die sie produzieren. Im Gegensatz zu großen Städten, die einfach nicht die Möglichkeit haben, sich vollständig zu versorgen“, sagt Raschemann. „Es war uns wichtig, ein klares Signal zu senden: Dass es funktioniert und dass es wirtschaftlich sinnvoll ist. Dass man Energie direkt von den Feldern zu den Häusern der Menschen nehmen kann — schnell und direkt — und dass sie wirklich erschwinglich sein kann.“

Feldheims Erfolg beruhte auf vielen Faktoren: einer guten Lage, einer kleinen und eng verbundenen Gemeinschaft, die bereit ist, anders zu denken, visionären Investoren und Unterstützung aus nationaler und europäischer Politik. Es mag kein Modell sein, das überall funktioniert. Aber als Beispiel dafür, was lokal im Eigentum befindliche erneuerbare Energien erreichen können, lässt sich die Stromrechnung kaum widersprechen.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.