Die gemeinsame deutsch-niederländische Kommandozentrale, bekannt als 1GNC, wird in den kommenden Monaten eine Kommandorolle an der Ostflanke der NATO übernehmen, insbesondere in der Region Estland und Lettland.
Deutschland und die Niederlande werden in diesem Jahr ein gemeinsames taktisches Hauptquartier in den Baltischen Staaten einrichten, um Truppen an der Ostflanke der NATO zu befehlen und Russland abzuschrecken, wie Berlin am Donnerstag mitteilte.
Die gemeinsame deutsch-niederländische Kommandozentrale, bekannt als 1GNC, werde in den kommenden Monaten eine Kommandorolle an der Ostflanke der NATO übernehmen, und zwar in der Region Estland und Lettland, hieß es im Statement des deutschen Verteidigungsministeriums.
„Die Entsendung eines zusätzlichen taktischen Hauptquartiers in die Region stärkt die Kohäsion der NATO und unterstützt die Abschreckung Russlands“, hieß es.
1GNC ist ein Kommandozentrum, das bei Bedarf bis zu 50.000 Soldaten kontrollieren kann.
Zu seinen Aufgaben gehören die Planung und Durchführung militärischer Übungen, die Planung eines möglichen Konflikts und die Führung von Kräften, falls ein Krieg ausbricht.
Die Einheit, das Deutsch-Niederländische Korps, hat ihren Sitz in der deutschen Stadt Münster und verlegt von dort aus Einsätze der NATO, wenn erforderlich.
Derzeit unterstehen die NATO-Truppen in der Baltischen Region einem einzigen Hauptquartier in der polnischen Stadt Stettin.
Das neue Kommandohauptquartier soll der NATO mehr Kapazität und die Fähigkeit zu einer schnelleren Reaktion verleihen.
„Durch die Einrichtung eines zweiten Korpshauptquartiers in der Region demonstrieren Deutschland und die Niederlande ihre Bereitschaft und Fähigkeit, Verantwortung für Abschreckung und Verteidigung der Ostflanke der NATO zu übernehmen“, hieß es im Ministerium.
Die Niederlande und Deutschland wechseln sich bei der Führung des 1GNC ab, das 1995 gegründet wurde. Deutschland führt die Einheit bis Anfang 2028.
Neben den Niederlanden und Deutschland stellen derzeit weitere 14 NATO-Länder Personal für das Hauptquartier bereit.
NATO hatte Mitte Januar des letzten Jahres sein Baltic Sentry-Programm ins Leben gerufen, um die Sicherheit und Überwachung wichtiger Untersee-Infrastrukturen nach einer Reihe mutmaßlicher Sabotagevorfälle in der Region zu verbessern.
Und am Dienstag erklärte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, dass die jüngste Folge von Drohnen-Einfällen in den Lufträumen der EU-Länder in den vergangenen Wochen „keine Einzelfälle“ seien, während baltische Führungskräfte und EU-Beamte davor warnten, dass hybride Bedrohungen entlang der Ostgrenze Europas zunehmen.
