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Staatsanwälte führen europaweite Razzien wegen mutmaßlicher Veruntreuung von Geldern durch eine aufgelöste rechtsextreme EU-Gruppe

30. Juni 2026

Razzien liefen in Frankreich, Spanien, Italien und Belgien im Rahmen einer Untersuchung zum mutmaßlichen Missbrauch von EU-Geldern durch die ehemalige rechtsextreme Identity and Democracy (ID)-Gruppe im Europäischen Parlament.

Die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) sagte am Dienstag, dass sie Durchsuchungen in vier Ländern durchführe, um mutmaßliche Veruntreuung von EU-Mitteln durch die ehemalige rechtsextreme Identity and Democracy (ID)-Gruppe im Europäischen Parlament zu untersuchen.

Die EPPO sagte, die Durchsuchungen seien „Teil einer laufenden Untersuchung zur Verwendung von EU-Mitteln durch eine ehemalige politische Gruppe des Europäischen Parlaments zwischen 2019 und 2024“.

Die ID-Gruppe wurde nach den Wahlen 2024 formell aufgelöst und von einer neuen Fraktion Patriots for Europe abgelöst. Sie enthielt Europaabgeordnete aus einer Reihe euroskeptischer Parteien, darunter Frankreichs Rassemblement National (RN), Italiens Lega (Lega) und Deutschlands Alternative für Deutschland (AfD).

Jordan Bardella, Präsident des RN und Vorsitzender der Patriots-Gruppe, schrieb am Dienstagabend auf X, dass „Durchsuchungen in den Büros und Privathäusern von Kommunikationsdienstleistern, mit denen wir zusammengearbeitet haben“, seit dem Morgen im Gange seien.

Die EU-Staatsanwaltschaft kündigte formelle Ermittlungen im Juli des vergangenen Jahres an, nachdem Medien einen Parlamentsbericht zitiert hatten, der besagte, dass ID verdächtigt werde, zwischen 2019 und 2024 4,3 Millionen Euro missbräuchlich ausgegeben zu haben.

Damals sagte Bardella, die Untersuchung sei „eine neue Verfolgungsaktion des Europäischen Parlaments“.

Die RN sieht sich ihrer bisher besten Chance gegenüber, im nächsten Jahr die Präsidentschaft in Frankreich zu gewinnen, da Umfragen darauf hindeuten, dass sie im ersten Wahlgang eine deutliche Führungsposition einnehmen wird.

Doch Marine Le Pen, dreimalige Präsidentschaftskandidatin der RN, muss möglicherweise aus dem Rennen aussteigen und Bardella stattdessen antreten lassen, falls ein Pariser Gericht in der nächsten Woche ein fünfjähriges Amtsverbot in einem separaten Fall von mutmaßlich gefälschten Jobs im Europäischen Parlament von 2004 bis 2016 bestätigt.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.