Der Slogan der Hamburger Veranstaltung dieses Mal lautet: „Queer in Solidarität. Steht auf — für eine Zukunft ohne Angst.“
Hamburg feierte am Samstag sein jährliches Pride-Event, eines der größten in Deutschland, mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen eine Woche nach einem tödlichen Anschlag nahe der Pride-Parade in Berlin, der das Land schockierte.
Die Organisatoren rechneten damit, dass rund 250.000 Menschen am Umzug teilnehmen würden, der in diesem Jahr unter dem Motto „Queer in Solidarität. Steht auf — für eine Zukunft ohne Angst“ stand.
Eine späte Ergänzung zu den Lastwagen, die teilnahmen, war einer, der die Berliner Pride-Veranstaltung — oder Christopher Street Day, CSD, wie die Umzüge in Deutschland bekannt sind — repräsentierte. Die Personen auf diesem Lastwagen wurden gebeten, dunkle Kleidung zu tragen, als Zeichen des Respekts vor den Opfern des Angriffs der Vorwoche, bei dem eine Person getötet und 29 weitere verletzt wurden.
Spät am 25. Juli fuhr ein Mann mit einem Lieferwagen auf eine Menschenmenge nahe der Abschlussfeier des Berliner Pride-Events, bevor er weitere Personen mit dem, was offenbar eine Machete war, angriff.
Der 21-jährige Verdächtige Abdul Ballout wurde am Sonntag bei einer Auseinandersetzung mit der Polizei getötet. Die Ermittler fanden später ein Video, in dem eine Person, von der man annimmt, dass es der Verdächtige ist, die Verantwortung übernahm und sich dem Islamischen Staat anschloss.
Die Staatsanwaltschaften haben mitgeteilt, dass Ballout, der in Deutschland geboren wurde und libanesische Wurzeln hat, 2025 nach Libanon gereist sei, mit dem Ziel, nach Syrien zu gelangen, um sich dem IS anzuschließen. Er nahm Kontakt zu mehreren Personen auf, die mutmaßliche Mitglieder waren.
Der Polizeichef Hamburgs sagte Anfang dieser Woche, dass voraussichtlich doppelt so viele Beamte wie im Vorjahr den Hamburger Event schützen würden.
„Nach dem brutalen Angriff auf den CSD in Berlin zweifeln viele in der queeren Gemeinschaft, aber auch in der Gesellschaft, ob hier und heute der richtige Ort ist“, erklärte Hamburgs stellvertretende Bürgermeisterin Katharina Fegebank dem RTL-Fernsehen.
„Ich sage: Jetzt mehr denn je lasst uns alle auf die Straßen gehen, für Vielfalt, für Freiheit, für eine offene Gesellschaft eintreten und vor allem in voller Solidarität mit der queeren Gemeinschaft stehen“, fügte sie hinzu.
„Nun, wenn so etwas passiert, müssen wir alle zeigen, dass wir keine Angst haben, dass wir uns davon nicht unterkriegen lassen“, sagte Petra Schwab, die am Samstag an der Pride in Hamburg teilnahm.

