Die italienische Marine hat in den internationalen Gewässern vor Pantelleria, einer zwischen Sizilien und Tunesien liegenden Insel, einen russischen Öltanker bestiegen. Die Operation wurde im Rahmen einer Überwachungsmission gegen Rüstungs- und Ölschmuggel durchgeführt, mit Unterstützung eines griechischen Schiffes und eines polnischen Patrouillenflugzeugs.
Die Thaon di Revel, ein italienisches Schiff, bestieg einen russischen Tanker der sogenannten russischen „Schattenflotte“, um ihn in den internationalen Gewässern nahe Pantelleria zu überprüfen.
Die Inspektion wurde von der italienischen Marine am Sonntagmorgen, dem 2. August, im Rahmen der Operation EUNAVFOR MED IRINI durchgeführt, der Europäischen Union-Mission im Mittelmeer zur Überwachung von Rüstungs- und Ölschmuggel.
Der Tanker Toa Payoh, der EU-Sanktionen unterliegt und zur sogenannten russischen „Schattenflotte“ gehört, hat eine Nationalitätenprüfung durchlaufen, die bei Schiffen durch die Flagge bestimmt wird, unter der sie fahren dürfen. Die Toa Payoh fährt unter der deklarierten Flagge Kameruns.
Der Tanker, der am 16. Juli den Hafen von Cotonou in Benin verließ und in Richtung Istanbul unterwegs war, wurde westlich von Pantelleria abgefangen. Dem Ministeriumsbericht zufolge kooperierte der Kapitän des Tankers zunächst nicht, wie verlangt. Ein Team von italienischen Militärangehörigen erreichte daraufhin das Schiff per Hubschrauber vom Schiff Thaon di Revel aus und führte die vorgesehenen Kontrollen durch.
„Ich möchte der Besatzung des Schiffs Thaon di Revel sowie allen dienstleistenden Personen, die an der Operation beteiligt waren, zu Professionalität, Vorbereitung und Entschlusskraft gratulieren. Auch diese Aktion ist eine konkrete Demonstration des Beitrags Italiens zur Sicherheit im Mittelmeerraum und zur Handlungsfähigkeit der Europäischen Union“, erklärte Verteidigungsminister Guido Crosetto.
Wie die Operation durchgeführt wurde
Das Verteidigungsministerium meldete, dass die Operation, mit Unterstützung eines griechischen Schiffs und eines polnischen Patrouillenflugzeugs durchgeführt, etwa zwei Stunden gedauert habe und routinemäßig sowie unter vollständiger Sicherheit abgeschlossen wurde.
Die Operation, die in internationalen Gewässern unter dem europäischen Mandat durchgeführt wurde, erfolgte, so heißt es im Ministeriumsvermerk, in völliger Übereinstimmung mit Artikel 110 der UN-Seerechtskonvention (UNCLOS), die einem Marinefahrzeug, sofern die festgelegten Bedingungen erfüllt sind, erlaubt, die notwendigen Überprüfungen zur Nationalität eines Handelsschiffs und zur Flagge, unter der es geführt wird, durchzuführen.
Derzeit prüfen die italienischen Behörden die während der Inspektion gewonnenen Informationen und Unterlagen.
