Neue Kampf-Drohnen sind geplant für den Einsatz durch die sogenannte Litauische Brigade, eine Einheit von rund 5.000 Soldaten, die die Verteidigung und Sicherheit des östlichen NATO-Flügels bis Ende 2027 gewährleisten.
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat einen Großauftrag zur Herstellung von Kampf-Drohnen für die Bundeswehr erhalten, ein Vertrag, der vom Haushaltsausschuss des Bundestages am Mittwoch genehmigt wurde.
Neue Kampf-Drohnen sind insbesondere für den Einsatz im Rahmen der sogenannten Litauischen Brigade vorgesehen. Die Einheit besteht aus rund 5.000 Soldaten, die bis Ende 2027 die Verteidigung und Sicherheit des östlichen NATO-Flügels auf litauischen Stützpunkten gewährleisten, da die Bedrohung durch Russland nach dessen groß angelegter Invasion der Ukraine im Februar 2022 fortbesteht.
Der Rahmenvertrag sieht ein mögliches Gesamtvolumen von bis zu 2,4 Milliarden Euro vor, wie die Frankfurter Rundschau berichtete. Das Projekt ist zunächst für Aufträge im Wert von etwa 298 Millionen Euro genehmigt worden.
Die Bundeswehr beschafft sogenannte Kamikaze-Drohnen.
Dies liegt daran, dass sie in der Luft kreisen, bis ein Befehl zum Angreifen eines Ziels gegeben wird. Dann werden Sprengladungen abgeworfen oder das Ziel direkt getroffen, wodurch die Drohne selbst zerstört wird.
Die Drohnen sind mit Sensoren ausgestattet und verwenden künstliche Intelligenz, um Daten zu analysieren, damit sie Bodenziele eigenständig erkennen und dem Drohnenpiloten anzeigen können.
Die Einsatzfreigabe erfolgt letztlich durch einen Soldaten. Wie das Bundesministerium der Verteidigung mitteilt, ist diese Drohne aufgrund ihres geringeren Risikos für Soldaten gefragt, da der physische Abstand zum Einsatzgebiet vergrößert wird.
Das Ministerium sagt, der Drohnenauftrag sei ein weiterer Schritt dahin, die Litauische Brigade mit einem breit angelegten Aufklärungs- und Angriffsnetzwerk auszustatten, wie geplant im Jahr 2027 vorgesehen.
Drei deutsche Drohnenhersteller erhalten Aufträge
Im Februar hatte der Bundestag bereits den Erwerb von Drohnen von zwei weiteren Herstellern genehmigt; den deutschen Start-ups Helsing und Stark Defence.
Der Erwerb von Projektilen mit unterschiedlichen Fähigkeiten würde laut dem Ministerium den Spielraum der Bundeswehr erweitern und ihre Flexibilität sowie Durchsetzungsfähigkeit erhöhen.
Die Ausweitung auf einen dritten Anbieter ist eine Maßnahme „Zeit zu sparen und die neue, wichtige Fähigkeit rasch den Streitkräften bereitzustellen“. Der parallele Vertrag mit drei Herstellern ist ebenfalls eine Vorsichtsmaßnahme, um potenzielle logistische oder Produktionszyklusprobleme zu berücksichtigen.
Berlin erklärte, alle drei Hersteller würden gleich behandelt. Dementsprechend sind die Verträge in einen festen Provisionsanteil aufgeteilt und enthalten optionale Abrufleistungen.
Das bedeutet, dass eine feste Anzahl von Kampf-Drohnen bestellt wurde, die anschließend ein Qualifikationsverfahren durchlaufen müssen. Wenn sie die Anforderungen der Streitkräfte erfüllen, können weitere Drohnen über den Rahmenvertrag bestellt werden.
Es gehört zu insgesamt fünf Großbeschaffungsprojekten, die am Mittwoch vom Haushaltsausschuss genehmigt wurden.
Berlin genehmigt weitere Verteidigungsprojekte
Vier weitere Projekte wurden ebenfalls vom Haushaltsausschuss genehmigt, darunter mehrere Vorschläge mit jeweils 25 Millionen Euro.
Zunächst soll das Ausrüstungssystem „Infanterist der Zukunft“ weiter ausgebaut werden. Das System wird von der Kampftruppe und der gepanzerten Infanterie genutzt.
Es besteht aus drei Hauptelementen, erklärt Sergeant Major Sebastian K, Ausbilder an der Bundeswehr-Infanterieschule in Hammelburg, in dem eigenen Erklärvideo der Bundeswehr.
„Zunächst gibt es den Bereich Kleidung, Schutz- und Trageausrüstung. Dann folgt der Untersektor Waffen, Optik und Optronik, und der letzte Untersektor ist Führungs- und Kontrollausrüstung“, sagte er.
Ein weiteres Projekt ist die LARUS-Meeresrettungsdrohne. Weitere Einheiten dieses unbemannten Luftfahrzeugsystems sollen beschafft werden. In Notfällen sollen sie Seenotretter in Nord- und Ostsee unterstützen und für Aufklärung im optischen, optronischen und elektromagnetischen Spektrum eingesetzt werden.
Zwei weitere Marineprojekte wurden ebenfalls genehmigt, um die F124-Klasse-Fregatten, auch militärisch bekannt als die Sachsen-Klasse, zu stärken. Dabei handelt es sich um Luftverteidigungsschiffe. Modifikationen sollen vorgenommen und neue Systeme an Bord der Schiffe installiert werden.

