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Berliner Regierender Bürgermeister Kai Wegner unter Beschuss wegen des Tennisspiels während eines Blackouts, das durch einen Angriff verursacht wurde

9. Januar 2026

Er galt in der Berliner Stadtpolitik als Leuchtfeuer der Hoffnung und wollte Recht und Ordnung in die deutsche Hauptstadt bringen; doch nachdem der Skandal über sein Tennisspielen während Tausender ohne Strom ans Licht kam, steht Kai Wegners Karriere nun am Rand des Zusammenbruchs.

Der regierende Bürgermeister Berlins, Kai Wegner, sieht sich zunehmendem Druck ausgesetzt, zurückzutreten, nachdem er während eines großen Stromausfalls Tennis gespielt hatte, verursacht von linksextremen Extremisten; Oppositionsparteien und ehemalige Bürgermeister fordern seinen Rücktritt.

Wegner sagte Reportern am Sonntag, er habe am Samstag „den ganzen Tag am Telefon gesessen“ während des Terroranschlags, der mehr als 40.000 Berliner Haushalte ohne Strom ließ.

Die Senatskanzlei bestätigte dem landesweiten öffentlich-rechtlichen Sender rbb jedoch, dass er am Samstag zwischen 13 und 14 Uhr Tennis mit seiner Partnerin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, gespielt hatte.

Günther-Wünsch sieht sich ebenfalls Kritik ausgesetzt. Als Bildungssenatorin musste sie sich dringenden Aufgaben stellen, da in zahlreichen Sporthallen kurzfristig Notunterkünfte für die vom Blackout Betroffenen eingerichtet wurden.

Wegner verteidigte seine Handlungen am Donnerstag und sagte: „Es gibt keinen Grund, sich zu entschuldigen, wenn man eine Krise bereits eineinhalb Tage vorher beendet hat. Wir haben sie gut bewältigt.“

Zunehmende Kritik von allen Seiten

Die Staatskanzlei betonte, Wegner sei jederzeit erreichbar gewesen und habe seine Arbeit unmittelbar nach dem Spiel wieder aufgenommen. Allerdings blieben zehntausende Berliner Einwohner trotz eisiger Temperaturen ohne Strom, während er Tennis spielte.

Der Vorfall bedroht Wegners politische Ambitionen, und sein Ruf als Verfechter von Recht und Ordnung, der ihn in Berlin an die Macht gebracht hat, scheint zu bröckeln.

Ein Aufstieg vom Berliner Bürgermeister zum deutschen Kanzler, wie ihn Willy Brandt einst erreicht hat, scheint nun undenkbar.

„Kai Wegner muss zurücktreten“, schrieb der stellvertretende FDP-Parteivorsitzende Wolfgang Kubicki auf X. Die Berliner FDP, BSW und AfD-Parteien fordern ebenfalls alle den Rücktritt Wegners.

Der ehemalige Berliner Bürgermeister Walter Momper von der SPD nannte Wegners Tennisspiel „absurd“ und forderte eine umfassende Untersuchung, wie dpa berichtete.

Wegner soll am Montag dem Ausschuss für Inneres des Abgeordnetenhauses Berlin Fragen beantworten. Die Grünen haben den Antrag eingereicht, so die Berliner Morgenpost.

„Wir halten es für essenziell, dass der regierende Bürgermeister sich dem Parlament erklärt“, sagte Vasili Franco, Sprecher der Innenpolitik der Grünen im Parlament. Wegner beabsichtigt außerdem, nächsten Donnerstag eine Regierungserklärung abzugeben.

Koalition unter Druck

Trotz der Rückendeckung durch Kanzler Friedrich Merz, der erklärte: „An den Verfahren gibt es nichts zu kritisieren“, schwindet die Unterstützung innerhalb der Koalition.

„Das ist etwas, das Glaubwürdigkeit erschüttert hat. Es ist immer wichtig, zu politischen Fehlern zu stehen“, sagte der CDU-Politiker Philipp Amthor in der Markus-Lanz-Talkshow.

Der Vorfall könnte die schwarz-rote Koalition Berlins auf die Probe stellen. Wirtschafts senatorin Franziska Giffey von der SPD sagte: „Ich kann nur sagen, dass ich die Situation anders gehandhabt habe.“

„Ich weiß nicht, was schlimmer ist: Dass er die Berliner belogen hat, oder dass ihm ein Tennismatch wichtiger war als die Bürger Berlins,“ sagte SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach der Tagesspiegel.

Wegner, 2023 zum Bürgermeister gewählt, betonte damals, er wolle „eine Regierung schaffen, die zuverlässig bei den Problemen dieser Stadt zusammenarbeitet“, doch der CDU-Politiker kann derzeit kaum mit einer Wiederwahl rechnen.

Wegner sagte eine Anfrage zur Stellungnahme von Euronews ab und verwies auf terminliche Gründe.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.