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BMW-Gewinne sinken um 11,5% auf Pandemie-Tief nach Zöllen und China-Einbruch

13. März 2026

BMWs EBIT fiel 2025 um 11,5% auf 10,2 Milliarden Euro – der niedrigste Wert seit der Covid-Pandemie –, da Zölle und ein Absatzrückgang in China die EBIT-Marge des Automobilsegments auf 5,3% drückten.

Das operative EBIT von BMW im Jahr 2025 fiel auf das niedrigste Niveau seit der Covid-Pandemie, da der deutsche Autohersteller mit zunehmendem Wettbewerbsdruck in China und wachsendem Druck durch internationale Handelszölle zu kämpfen hatte.

Das EBIT der Gruppe sank um 11,5% auf 10,2 Milliarden Euro, gegenüber 11,5 Milliarden Euro im Vorjahr.

Der Nettogewinn sank um rund 3% auf 7,5 Milliarden Euro, während der Umsatz um 6,3% auf rund 133,5 Milliarden Euro zurückging.

Das Automobilsegment trug die Hauptlast des Drucks, seine EBIT-Marge fiel auf 5,3% — das schwächste Ergebnis der letzten Jahre und deutlich unter dem von BMW selbst gesetzten Zielkorridor von 8–10%.

Zölle, sowohl US-Importzölle als auch eine EU-Abgabe auf in China hergestellte Elektrofahrzeuge, die die Marke Mini betreffen, wirkten sich im Jahresverlauf um rund 1,5 Prozentpunkte negativ auf die Marge aus.

Finanzvorstand Walter Mertl sagte, dass BMW ohne die Belastung durch Zölle im Jahr 2025 einen Gewinnanstieg gemeldet hätte.

Trotz der schwächeren Leistung lieferte das Unternehmen weltweit rund 2,46 Millionen Fahrzeuge aus, ein Anstieg von 0,5% gegenüber dem Vorjahr.

Das Wachstum war in Europa am stärksten, wo der Absatz erstmals seit vor der Pandemie die Marke von einer Million überschritten, und in den Vereinigten Staaten, wo die Auslieferungen um rund 5% zulegten.

China, BMWs größter Einzelmarkt, verzeichnete einen Absatzrückgang von mehr als 12%, da der heftige Wettbewerb durch lokale Hersteller die Performance der Gruppe dort untergrub.

Die Elektrifizierung trieb weiter das Wachstum im Portfolio.

BMW lieferte im letzten Jahr weltweit mehr als 640.000 elektrifizierte Fahrzeuge aus, was rund 26% des Gesamtabsatzes entsprach, wobei vollelektrische Modelle rund 18% ausmachten.

Die Performance-Submarke BMW M erreichte ebenfalls einen Rekordwert, mit mehr als 213.000 ausgelieferten Fahrzeugen.

Ein zentraler Pfeiler von BMWs Zukunftsstrategie ist die neue Fahrzeugarchitektur Neue Klasse, die das Unternehmen als Beschleuniger seiner Elektrifizierungsbestrebungen bezeichnet und gleichzeitig neue Technologien in das gesamte Modellangebot integriert.

Die Plattform wurde mit dem neuen BMW iX3 eingeführt.

Der Ausblick für 2026 ist vorsichtig.

BMW erwartet, dass die Automotive-EBIT-Marge zwischen 4% und 6% liegen wird, wobei Tarife voraussichtlich etwa 1,25 Prozentpunkte von den Margen abziehen.

Die Gruppe erwartet, dass das Vorsteuerergebnis 2026 moderat weiter sinken wird.

Der Vorstandsvorsitzende Oliver Zipse versuchte, Zuversicht auszustrahlen.

„Wir haben in den letzten Jahren den richtigen Kurs eingeschlagen und müssen unsere strategische Richtung nicht ändern“, sagte er.

„Auf diese Weise können wir das Unternehmen auf Kurs für langfristigen Erfolg halten.“

Daimler Truck verzeichnet ebenfalls Rückgang

Daimler Truck verzeichnete am Donnerstag einen deutlichen Rückgang des Jahresgewinns, da eine anhaltende Nachfrageschwäche im Nutzfahrzeugsegment, gepaart mit Gegenwind durch US-Zölle, die Erträge deutlich unter das ohnehin schon im Vorjahr niedrige Niveau drückte.

Der in Stuttgart ansässige Konzern meldete für 2025 ein bereinigtes EBIT von 3,78 Milliarden Euro, ein Rückgang von 19% zum Vorjahr, da der Umsatz im Kerngeschäft Industrie um 10% auf 45,9 Milliarden Euro sank.

Der Gewinn je Aktie sackte um 30% auf 2,56 € ab. Die Dividende blieb bei 1,90 €.

Der größte Schaden kam aus Nordamerika, wo der Absatz um 26% auf 141.814 Fahrzeuge zusammenbrach — ein Markt, der von schwacher Frachtnachfrage und den schleichenden Auswirkungen der US-Handelspolitik geplagt war.

Das bereinigte EBIT für das Segment halbierte sich grob auf 2 Milliarden Euro, während eine Umsatzrendite von 10,7% darauf hindeutete, dass das Geschäft eine stärkere strukturelle Robustheit besaß als die Mengenkennzahlen vermuten ließen.

Nicht alles zeigt nach unten

Daimler Buses erzielte seine bislang höchste Profitabilität und überschritt erstmals die Marke einer Umsatzrendite von 10%, während das bereinigte EBIT um 39% auf 599 Millionen Euro zulegte.

Mercedes-Benz Trucks — lange das europäische Sorgenkind der Gruppe — vermochte es, die Stückzahlen weitgehend stabil zu halten, ein zaghaftes Zeichen dafür, dass der schlimmste Teil der konjunkturbedingten Abschwächung in Europa möglicherweise vorübergeht.

Die Vorstandschefin Karin Rådström hob den operativen Schwung und ein zunehmendes Verteidigungsportfolio hervor, darunter einen Auftrag über 7.000 Einheiten des Mercedes-Benz Zetros von der französischen Armee, als Beleg dafür, dass die strategische Neupositionierung der Gruppe an Fahrt gewinnt.

„Wir setzen unsere Effizienzmaßnahmen schneller um als geplant“, sagte sie.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.