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Deutschland versorgt die Ukraine erstmals mit Erdgas

27. Februar 2026

Germany is now supplying natural gas to Ukraine via an LNG terminal in the island of Rügen. The move was announced by the Ukrainian energy company Naftogaz.

Deutschland hat erstmals Erdgas an die Ukraine geliefert, über das LNG-Terminal auf der größten deutschen Insel Rügen, wie die ukrainische Energiefirma Naftogaz am Montag mitteilte.

Das Terminal, das als „Deutsches Baltikum“ bezeichnet wird, verregasifiziert verflüssigtes Erdgas, das per Tankern geliefert wird, darunter Lieferungen aus den USA, bevor es in das deutsche Pipeline-Netz eingespeist wird und durch Europa transportiert wird.

Dieses LNG-Terminal hat seine Aktivitäten während der Winterheizsaison deutlich erhöht.

Deutschland versorgt die Ukraine

Deutsche ReGas, der deutsche Betreiber, der das LNG-Terminal auf der Insel Rügen betreibt, bestätigte die Nachricht ebenfalls.

Das Unternehmen hob hervor, dass die Anlage auf Rügen das einzige privat finanzierte und betriebene LNG-Terminal in Deutschland ist, das die Ukraine versorgt.

Die Lieferungen würden über Polen geroutet und sollen dazu beitragen, den Energiebedarf der Ukraine in naher Zukunft zu decken, so Deutsche ReGas.

Wagner beschrieb die Lieferungen als Beleg für die „strategische Bedeutung“ des Terminals für Mitteleuropa und Osteuropa.

Der CEO von Naftogaz, Sergiy Koretskyj, ergänzte, dass der Winterbedarf der Ukraine durch den Krieg verstärkt wurde.

Das Energiesystem der Ukraine ist seit dem russischen Angriff auf die Ukraine mehrfach unter Beschuss geraten, wobei Kiew auch Angriffe auf andere kritische Infrastrukturen meldete.

„Diese neue Partnerschaft eröffnet der Ukraine in diesem Jahr eine neue verlässliche Importroute, und diese Vereinbarung ist erst der erste Schritt auf dem Weg zu einer langfristigen Partnerschaft“, sagte Koretskyj und fügte hinzu, dass Naftogaz daran arbeite, Versorgungsquellen und Routen zu diversifizieren, um stabile Lieferungen sicherzustellen.

Deutschlands LNG-Ausbau

Deutschland verfügt inzwischen über fünf LNG-Terminals in Betrieb, alle an den Küsten der Nordsee und der Ostsee.

Zwei Floating-Terminals betreiben nahe Wilhelmshaven, weitere befinden sich nahe Brunsbüttel, Lubmin und im Hafen von Mukran auf der Insel Rügen.

An diesen Standorten wird das verflüssigte Erdgas per Tanker angeliefert und vor Ort verregasifiziert, bevor es über die Terminals weitergeleitet wird.

Nach Einschätzungen von Experten aus der Gas- und Wasserstoffbranche ist dies eine Möglichkeit, die Versorgung zu sichern, da LNG verflüssigtes Gas unabhängig von bestehenden Rohrleitungsstrukturen nach Deutschland transportieren kann.

Deutschland – wie der Rest Europas – sucht seit mehr als vier Jahren nach alternativen Energiequellen, nachdem russische Gasimporte infolge von Moskaus Vollangriff auf die Ukraine gestoppt wurden.

LNG-Importe haben sich rasch als wichtige Zwischenlösung zur Sicherung der Versorgung erwiesen, insbesondere während der Winterheizsaison.

Nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz machten die Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr 96% der deutschen LNG-Importe aus.

Einige Experten betrachten den Wandel kritisch und warnen, dass Europa möglicherweise eine Abhängigkeit durch eine andere ersetzt hat, nachdem man seine Abhängigkeit von russischem Gas erst kürzlich reduziert hat.

Daten der Bundesnetzagentur zeigen, dass Gas, das über LNG-Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Lubmin und Mukran geliefert wird, 2025 10,3% der gesamten Gasimporte Deutschlands ausmachte.

Der Großteil des deutschen ErdGases kommt nach wie vor über eine Pipeline aus Norwegen, zudem liefern die Niederlande und Belgien ebenfalls erhebliche Mengen.

Die Erdgasimporte über das LNG-Terminal auf der Insel Rügen sind in jüngster Zeit stark gestiegen.

Zu Beginn des Februars meldete Deutsche ReGas, dass das Energeterminal in Mukran in den vergangenen drei Monaten das größte Gasvolumen aller schwimmenden LNG-Terminals in Europa verregasifiziert habe.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.