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Deutschland warnt vor zunehmender iranischer Spionage gegen die Bundeswehr

7. Februar 2026

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Die Bundeswehr gerät zunehmend ins Visier iranischer Geheimdienste, Sicherheitsbeamte und Gesetzgeber warnen vor Spionage, Cyberangriffen und einer erhöhten Bedrohungslage.

Die militärischen Nachrichtendienste Deutschlands haben ihre Wachsamkeit erhöht, nachdem der Iran die Bundeswehr und andere bewaffnete Kräfte der EU als „terroristische Gruppen“ bezeichnet hat – eine Reaktion darauf, dass die Europäische Union den Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) auf ihre Terrorliste gesetzt hat.

Der iranische Schritt, den Teheran als Gegenzug dargestellt hat, schafft eine neue Bedrohungslage für deutsche militärische Einrichtungen und Personal, wie Gesetzgeber und Experten berichten, die Euronews dazu befragten.

Während der Militärischen Abschirmdienst (MAD) Deutschlands iranische Geheimdienstbehörden weiterhin als „einen der Hauptakteure, die Spionageaktivitäten gegen die Bundeswehr durchführen“ einstuft.

Ein Sprecher des MAD sagte gegenüber Euronews, dass neben realen Bedrohungen auch „ein erhebliches Risiko durch Cyber-Spionage angenommen werden muss“.

Die Behörde legt daher großen Wert auf Präventionsmaßnahmen. Dazu gehören Informationsveranstaltungen, Beratungssitzungen und Informationsmaterial, die darauf abzielen, das Bewusstsein der Soldaten für die Risiken von Spionage und die von ausländischen Geheimdiensten angewandten Methoden zu schärfen.

Nach Angaben des Sprechers zielt man darauf ab, Spionageoperationen „so früh wie möglich“ zu erkennen und abzuwehren.

Einheiten und Büros, die als besonders anfällig für ausländische Geheimdienstaktivitäten gelten, erhalten gezielte Unterstützung vom MAD. Dadurch sind die Mitarbeiter in der Regel wachsamer und melden verdächtige Vorfälle schneller.

Die Geheimdienstaktivitäten des Iran

Der Iran wird seit Jahren verdächtigt, Spionageoperationen in Deutschland durchzuführen, und zwar schon lange, nicht erst, seit die EU den Revolutionsgarden auf seine Terrorliste gesetzt hat.

Der Inlandsgeheimdienst Deutschlands, der Bundesverfassungsschutz, sagte gegenüber Deutsche Welle, dass iranische Geheimdienstbehörden in Deutschland „sehr aktiv“ seien.

Politisch aktive iranische Exilierte, Journalisten und Oppositionsfiguren gelten als besonders verwundbar. Ihnen wird Berichten zufolge überwacht, eingeschüchtert und diffamiert und in einigen Fällen gar mit Gewalt bedroht, um abweichende Meinungen zu unterdrücken.

Behörden warnen, dass eine solche Überwachung auch dazu genutzt werden kann, schwerwiegendere Straftaten vorzubereiten, einschließlich Entführung oder gar Mord.


Mitglieder der iranischen Revolutionsgarde stehen vor einer Shahab-3-Rakete, 29. April 2022


Einer der bekanntesten Fälle ist der deutsch-iranische Oppositionsaktivist Jamshid Sharmahd, der 2020 entführt wurde. Er wurde nach Iran gebracht und beschuldigt, in einen Bombenanschlag von 2008 verwickelt gewesen zu sein. Seine Familie und Menschenrechtsgruppen lehnen die Anschuldigungen ab und bezeichnen sie als politisch motiviert.

Er wurde später zum Tode verurteilt, doch seien laut iranischen Behörden vor der Vollstreckung gestorben. Diese Behauptungen konnten nicht unabhängig verifiziert werden.

Wie bei militärischen Zielen spielt Cyber-Überwachung neben der traditionellen Spionage eine zentrale Rolle. E-Mail- und Social-Media-Konten sollen gehackt werden, um Netzwerke abzubilden und Bewegungen sowie Kontakte von Personen nachzuverfolgen.

Spionage und Angriffsrisiko

Iranische Aktivitäten richten sich nicht nur gegen Dissidenten, sondern auch gegen israelische und jüdische Organisationen in Deutschland.

Konstantin von Notz, Vorsitzender des Parlamentarischen Kontrollgremiums, sagte Euronews, dass iranische Geheimdienstoperationen in Deutschland sich im Gefolge des von der Hamas angeführten Terroranschlags im Süden Israels am 7. Oktober 2023 verstärkt hätten.

Im Juli des vergangenen Jahres soll ein 53-jähriger dänischer Staatsbürger afghanischer Herkunft im Auftrag eines iranischen Geheimdienstes Überwachungsarbeiten an jüdischen Einrichtungen, einzelnen Personen und Orten im Zusammenhang mit Israel in Berlin durchgeführt haben.

Nach Angaben der Generalbundesanwaltschaft könnten die gesammelten Informationen zur Vorbereitung möglicher Anschläge genutzt worden sein.

Die Operation soll von der Quds Force, dem Auslandarm der IRGC, angeführt worden sein.

In Anbetracht dessen hat Notz die Bundesregierung aufgefordert, „alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, um die Geheimdienstaktivitäten des Iran in Deutschland wirksam einzudämmen und die Sicherheit aller hier Lebenden – einschließlich, und insbesondere, unserer Soldaten, aber auch jüdischer Einrichtungen – zu gewährleisten.“

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.