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E-Auto-Verkäufe in der EU steigen im März um fast 50 Prozent – Energiesorgen im Iran-Konflikt

26. April 2026

Das Wachstum der Elektrofahrzeuge in der EU beschleunigt sich, da die durch den Iran-Krieg verursachten Störungen der Straße von Hormus die globalen Öl- und Gaslieferungen verknappen und Preisschwankungen bei Treibstoffen antreiben.

In einem bahnbrechenden Monat für die europäische Automobilindustrie stiegen die Neuregistrierungen batterieelektrischer Fahrzeuge (BEV) in der EU im März gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 48,9%, so die Europäische Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA).

Das Wachstum fällt zu einem Zeitpunkt an, da Europa vor einer längeren Phase hoher Treibstoffpreise aufgrund des Iran-Kriegs und der Störung der globalen Energieversorgung steht.

Batterieelektrische Autos erreichten im März einen Anteil von mehr als 20% des gesamten EU-Marktes und einen Anteil von 19,4% im ersten Quartal. Im ersten Quartal 2025 lag der Anteil bei 15,2%.

Der ACEA-Bericht erklärte, dass der Wandel maßgeblich durch neue und überarbeitete Steuervergünstigungen und andere Anreizprogramme gestützt wurde, die in großen europäischen Ländern eingeführt wurden.

Während sich Elektroautos rasch durchsetzen, behalten Hybrid-Elektrofahrzeuge (HEV) mit 38,6% den größten Einzelanteil am Markt, und die Registrierungen überschritten im ersten Quartal eine Million Einheiten.

Plug-in-Hybride (PHEVs) wuchsen ebenfalls und stiegen von 7,6% im Vorjahr auf 9,5% Anteil.

Im Gegensatz zu den EV-Zahlen verlieren Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (ICEVs) weiterhin an Boden.

Die Registrierungen von Benzinfahrzeugen gingen im ersten Quartal in der gesamten EU weiter zurück und sanken deutlich gegenüber dem Vorjahreswert von 28,7%, und Dieselfahrzeuge folgten einem ähnlichen Pfad, wobei ihr Anteil auf lediglich 7,7% schrumpfte.

ACEA erklärte, dass die Pkw-Verkäufe im ersten Quartal gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 um 4% gestiegen sind, was weitgehend auf neue und überarbeitete Steueranreize und Unterstützungsprogramme in mehreren europäischen Ländern zurückzuführen ist.

ACEA bemerkte auch, dass trotz des starken BEV-Wachstums die Nachfrage nach Hybridfahrzeugen weiterhin robust bleibt.

Dies unterstützt einen technologie-neutralen Ansatz zur Dekarbonisierung, der einen schrittweisen Übergang ermöglicht, der unterschiedliche Verbraucherbedürfnisse und eine ungleichmäßige Ladeinfrastruktur in ganz Europa berücksichtigt.

Westeuropas ‚Vier Große‘

Die Leistung der wichtigsten Volkswirtschaften des Kontinents, die oft als die „Vier Großen“ bezeichnet werden, spielte eine Schlüsselrolle bei diesen Ergebnissen. Italien, Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich zeigten unterschiedlich ausgeprägte, aber insgesamt robuste Trends in Richtung Elektrifizierung.

In der EU verzeichnete Italien mit einem Anstieg der BEV-Registrierungen im ersten Quartal von 65,7% das schnellste Wachstum.

Frankreich folgte mit einem robusten Anstieg von 50,4%, während Deutschland im gleichen Zeitraum einen Zuwachs von 41,3% verzeichnete.

Das Vereinigte Königreich spiegelte diesen Trend mit deutlich höheren Volumen wider und registrierte im März allein über 86.000 neue BEVs, was einem Anstieg von 24,2% gegenüber dem gleichen Monat 2025 entspricht.

Der Übergang ist jedoch nicht frei von Opfern.

Die Verkäufe von Benzin- und Dieselfahrzeugen brachen in diesen Schlüsselmärkten ein. Frankreich verzeichnete den dramatischsten Rückgang, mit Registrierungen sanken um 40,3%.

Auch Italien, Deutschland und das Vereinigte Königreich meldeten in dieser Kategorie zweistellige Rückgänge, was eine breitere Verschiebung der Verbraucherstimmung und der Politik widerspiegelt.

Geopolitische Spannungen beschleunigen den Wandel

Der Übergang zur Elektrifizierung vollzieht sich zudem vor dem Hintergrund volatiler und kostspieliger geopolitischer Rahmenbedingungen.

Der Iran-Krieg und die darauf folgende Blockade der Straße von Hormus haben anhaltenden Druck auf die globalen Energiemärkte erzeugt und zu hohen sowie unvorhersehbaren Preisen für herkömmliche Kraftstoffe geführt.

Diese externen Faktoren belasten effektiv die Besitzer von Benzin- und Dieselfahrzeugen und machen die niedrigeren Betriebskosten von Elektrofahrzeugen für europäische Autofahrer zunehmend attraktiv.

Sollte der Konflikt andauern, wird erwartet, dass der Trend, dass neue Käufer vermehrt EVs bevorzugen, fortbesteht, da die gestiegenen Kosten die Verbraucher abschrecken.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.