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Inhaber einer Schweizer Bar gestand, dass die Servicetür beim Silvesterbrand von innen verschlossen war

11. Januar 2026

Die Anklagen gegen den Barbesitzer Jacques Moretti könnten kompliziert werden, falls die Staatsanwaltschaft zu dem Schluss kommt, dass er teilweise dafür verantwortlich ist, dass die Tür verschlossen war. Moretti sagt, er wisse nicht, warum die Notausgangstür verschlossen war.

Neue Details zum verheerenden Brand in der Bar Le Constellation im Schweizer Skigebiet Crans-Montana, der an Silvester 40 Menschenleben forderte, sind bekannt geworden; eine Service-Tür im Kellergeschoss war von innen verschlossen.

Der Barbesitzer Jacques Moretti gestand dies den Ermittlern zu Protokoll, wie der Schweizer Rundfunk RTS berichtete.

Moretti sagt, er habe mehrere Leichen gefunden, als er die Tür von außen öffnete. Die Staatsanwaltschaft prüft nun die neuen Erkenntnisse.

Moretti könnte mit schwereren Anklagen konfrontiert werden

Diese Details sind von entscheidender Bedeutung für die Untersuchung. Mehrere Gäste der Bar versuchten, durch diese Tür zu fliehen, als der Brand ausbrach, wurden jedoch hinter der Tür eingeschlossen und kamen schließlich ums Leben.

Moretti sagt, er wisse nicht, warum die Tür verschlossen war. Wenn die Staatsanwaltschaft zu dem Schluss kommt, dass Jacques und Jessica Moretti teilweise dafür verantwortlich waren, dass die Tür verschlossen war, könnte dies die gegen sie erhobenen Anklagen erhöhen.

Möglicher Mord mit bedingtem Vorsatz

Die Angeklagten werden derzeit wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Brandstiftung und fahrlässiger Körperverletzung angeklagt.

Sollten die Staatsanwälte zu dem Schluss kommen, dass die Eigentümer wussten, dass die Tür verschlossen war und dieses Risiko in Kauf nahmen, könnten die Richter feststellen, dass der Mord mit bedingtem Vorsatz begangen wurde.

In diesem Fall könnten Jacques und Jessica Moretti bis zu zwanzig Jahre hinter Gittern stehen.

Ein weiteres entscheidendes Detail der Untersuchung betrifft den im Deckenbereich der Bar verwendeten schalldämmenden Schaumstoff.

Jacques Moretti erklärte, er habe den alten akustikschaum entfernt und durch einen neuen ersetzt, den er im Baumarkt Hornbach erworben habe. Die Schweizer Medien berichten, dass dem Barpersonal die mit diesem Schaumstoff verbundenen Risiken bekannt gewesen seien.

An Silvester 2019 soll ein Kellner die Gäste vor dem Risiko gewarnt haben, die Schalldämmung an der Decke in Brand zu setzen. Die Staatsanwaltschaft prüft die Gültigkeit dieser Behauptung. Wenn sich dies als wahr herausstellt, könnte dies die Anklagen gegen die Morettis weiter verschärfen.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.