Viele Reiseziele beobachten, dass Besucher mehr Geld ausgeben und mehr Zeit investieren, um eine bedeutsamere kulturelle Erfahrung zu suchen.
Obwohl das Jahr 2026 das 60-jährige Jubiläum der ITB Berlin markierte, der weltweit größten Tourismusmesse, wurden die Feierlichkeiten etwas von der Geopolitik überschattet.
Die Veranstaltung verlief selbst weitgehend ohne größere Störungen, abgesehen von einigen auffällig leeren Ständen. Allerdings warten viele Reiseziele nervös auf die Auswirkungen der jüngsten Ereignisse auf ihren Tourismussektor, einen wesentlichen Bestandteil der Wirtschaft.
Was jedoch deutlich wurde, war der Wunsch nach Abenteuer und bewusstem Reisen von Touristen aus der ganzen Welt. Das hängt direkt mit breiteren Lebensstiltrends zusammen, sich von der Technologie zu lösen und mehr Zeit in der Natur zu verbringen.
„Ich denke, Wandern ist insbesondere ein Trend, der die Verbindung zur Natur, zu Menschen, zu Bergdörfern, zum Erbe, zu Traditionen herstellt“, sagte Florian Sengstschmid, CEO des Azerbaijan Tourism Board, gegenüber Euronews.
Da Anzeichen für ’nachhaltig‘, ‚regenerativ‘ und ‚Ökotourismus‘, die zunehmend verbreitet sind, deutlich machen, wird überall langsameres Reisen als Wachstumsvehikel genutzt. Allerdings betonten viele Destinationen, dass ein wesentlicher Bestandteil ihrer Wachstumspläne auch die Verbesserung von Zugänglichkeit und Infrastruktur umfasse.
„Wir investieren auch in die Straßeninfrastruktur und machen all diese wunderbaren, abgelegenen Orte leichter erreichbar“, erklärte Simonida Kordić, Ministerin für Tourismus Montenegros, gegenüber Euronews.
Für das Gastgeberland Angola in diesem Jahr stand die Veranstaltung jedoch ganz im Zeichen des öffentlichen Bewusstseins.„Niemand besucht einen Ort, den er nicht kennt, daher müssen wir der Welt bekannt gemacht werden. Gastgeberland der ITB zu sein, ist ein konkreter Ausdruck dafür, wie ehrgeizig Angola ist“, sagte Márcio de Jesus Lopes Daniel, Minister für Tourismus der Republik Angola, gegenüber Euronews.