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Kein Müllplatz für die Welt: Malaysia kündigt sofortiges Verbot von E‑Abfall‑Importen an

5. Februar 2026

Elektroabfall kann Blei, Quecksilber und Cadmium enthalten, die Böden und Wasserressourcen verschmutzen, wenn er unsachgemäß verarbeitet oder entsorgt wird.

Malaysia hat ein sofortiges und vollständiges Einfuhrverbot für Elektroabfall angekündigt, da die Regierung versprochen hat, dass das Land nicht zu einer „Mülldeponie“ der Welt werden soll.

Die Malaysische Anti-Korruptions-Kommission sagte in einer am späten Mittwoch abgegebenen Stellungnahme (4. Februar), dass sämtlicher Elektroabfall, allgemein bekannt als E-waste, künftig unter die Kategorie „absolutes Verbot“ eingestuft werde, und zwar mit sofortiger Wirksamkeit. Dadurch entfällt die dem Umweltministerium zuvor eingeräumte Ermessensbefugnis, Ausnahmen für die Einfuhr bestimmter Elektroabfälle zu gewähren.

„Elektroabfall ist künftig nicht mehr gestattet“, sagte der MACC-Chef Azam Baki in der Erklärung, und versprach „entschlossene und integrierte Durchsetzungsmaßnahmen“ zur Verhinderung illegaler Importe.

Malaysia hat in der Vergangenheit bereits mit großen Mengen importierten Elektroabfalls zu kämpfen gehabt, von dem ein Großteil vermutlich illegal und gesundheitsschädlich für die menschliche Gesundheit und die Umwelt ist. Die Behörden haben in den letzten Jahren Hunderte von Containern mit Verdachts-Elektroabfällen an Häfen beschlagnahmt und Exporteuren Rückgabeauflagen erteilt.

Elektroabfall kann Böden und Wasserressourcen verschmutzen

Umweltaktivistinnen und -aktivisten fordern schon lange schärfere Maßnahmen. Elektroabfall – ausrangierte elektronische Produkte wie Computer, Telefone und Haushaltsgeräte – kann giftige Substanzen und Schwermetalle enthalten, darunter Blei, Quecksilber und Cadmium, die Böden und Wasserressourcen verschmutzen, wenn er unsachgemäß verarbeitet oder deponiert wird.

Das Verbot fällt zusammen mit einer Ausweitung einer Korruptionsuntersuchung im Zusammenhang mit der Verwaltung von Elektroabfällen. In der vergangenen Woche nahm die MACC den Generaldirektor der Umweltabteilung und seinen Stellvertreter fest und hielt sie wegen des Verdachts auf Machtmissbrauch und Korruption im Zusammenhang mit der Aufsicht über Elektroabfälle in Untersuchungshaft. Die Untersuchungen haben zudem zur Einfrierung von Bankkonten und zur Beschlagnahme von Bargeld im Zusammenhang mit dem Fall geführt.

Das Innenministerium versprach in einem Beitrag in den sozialen Medien am Mittwoch, die Anstrengungen zur Bekämpfung des Schmuggels von Elektroabfall in das Land zu verstärken.

„Malaysia ist nicht eine Mülldeponie für den Abfall der Welt“, hieß es. „Elektroabfall ist nicht nur Müll, sondern eine ernsthafte Bedrohung für die Umwelt, die Gesundheit der Menschen und die nationale Sicherheit.“

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.