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Laborgezüchtete Proteine für eine hungrige Welt – Hergestellt in Europa

17. Januar 2026

Die Lebensmitteltechnologie, Made in Europe, ist weltweit führend. Was ist der Grund hinter dieser Erfolgsgeschichte? Euronews hat seinen Reporter nach Ostdeutschland geschickt, um in Leipzigs „Bio-City“ nach Antworten zu suchen.

Zac Austin aus Schottland ist einer der Gründer von Pacifico Biolabs. Sein internationales Team arbeitet an einer Welt ohne Hunger. Dabei verwenden sie eine neue Technik zur Herstellung von Fleischersatzprodukten aus Pilzkulturen.

In Leipzigs Bio-City sind regionale, nationale und europäische Förderinstrumente miteinander vernetzt. Hunderte junger Unternehmen legen hier die Grundlagen für Europas Marktführung bei zukünftigen Technologien.

Austin: „Leipzig ist ein fantastischer Standort, an dem sich eine große Anzahl von Start-ups und Biotechnologieunternehmen niedergelassen hat.“ Wir dürfen nicht alles im Pacifico-Labor filmen; viele der Maschinen und Produktionsprozesse sind streng gehütete Geschäftsgeheimnisse – Made in Europe.

Mitgründer Washington Vintimilla ist das biochemische Erfinder-Genie von Pacifico: „Gemeinsam mit unseren Lebensmittel-Wissenschaftlern erzielten wir den Durchbruch bei der Umwandlung von Myzelfasern in (veganes) Hähnchenbrustfilet. Das war phänomenal. Da wussten wir, dass wir auf dem richtigen Weg waren.“

Das Team hat eine neue Methode zur Herstellung veganer Steaks und Würste aus Pilzproteinen entdeckt. Die Formel ist geheim. Vintimilla: „Wir müssen der realen Fleischtextur so nah wie möglich kommen; das ist der Schlüssel zum Erfolg.“

Lebensmitteltechniker Pau Oller Armengol aus Spanien ergänzt: „Mit den Myzelfasern können wir veganen Fischfilet ebenso wie vegane Schweinefilet-Medaillons, Würstchen oder Hähnchen herstellen.“

Ein echtes Hähnchen braucht 60 Tage, um heranzuwachsen. Pacifico kann dieselbe Proteinmenge in nur einem Tag produzieren. Die Weltbevölkerung wächst. Teile der Welt leiden bereits Hunger. Der weltweite Proteinbedarf wächst.

Washington Vintimilla: „Die Wissenschaft ist eindeutig. Wenn man die Auswirkungen des Klimawandels auf die wichtigsten Nutzpflanzen betrachtet, werden wir einen Rückgang der weltweiten Ernteerträge um 30 bis 40 Prozent sehen. Wir werden nicht in der Lage sein, genug Nahrungsmittel für die Menschheit zu produzieren. Wir brauchen Methoden der Lebensmittelproduktion, die nicht auf Land angewiesen sind und Protein unabhängig vom Klima erzeugen.“

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.