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Leipziger Eierlei-Festival feiert die außergewöhnliche Kunst der Ostereier-Dekoration

6. April 2026

Für manche ist das Bemalen von Eiern ein integraler Bestandteil von Ostern, doch Aussteller beim Eierlei-Festival in Leipzig treiben diese Tradition auf eine neue Ebene, während Handwerks- und Kunstexperten zeigen, was mit angeblich „einfachen“ Dekorationen möglich ist.

Am Ende März jeden Jahres versammeln sich Dutzende Illustratoren in der deutschen Stadt Leipzig, um ihre Arbeiten zu präsentieren. Doch es gibt keine traditionellen Leinwände zu sehen. Stattdessen dreht sich dieses Treffen ganz um Eier, ein Symbol, das eng mit dem Osterfest verbunden ist.

Ihre Kreationen haben jedoch wenig mit der klassischen Ostereierfärbung zu tun.

Viele von ihnen verwenden Handwerkstechniken, die mehrere Jahrhunderte alt sind und oft von einer Generation an die nächste weitergegeben wurden.

In diesem Jahr waren nach Angaben der Organisatoren Künstler aus Deutschland, Polen, Belgien, der Tschechischen Republik und Großbritannien vertreten. Sie gaben Einblicke in eine breite Vielfalt regionaler Traditionen und Herangehensweisen.

Es ist eine beträchtliche Menge zarter Sorgfalt erforderlich. Künstler verbringen oft bis zu zehn Stunden damit, ein kleines einzelnes Ei zu bemalen, während größere Werke Wochen dauern können.

„Man muss es so vorstellen: Jeder Künstler hat seine eigene besondere Technik. Einige verwenden mehrere Techniken und kombinieren sie gern“, erklärte Organisatorin Kerstin Dischereit in einem Interview der AP-Nachrichtenagentur.

Rund 8.000 Beispiele sind ausgestellt und es wird eine große Vielfalt an Materialien verwendet. Neben klassischen Hühnereiern nutzten Aussteller auch Budgerigar-Eier, Wachtel-Eier, Gänseeier und sogar Straußeneier.

Zahlreiche Traditionen und himmlische Eier

Sorbische Ostereierkunst gehört wahrscheinlich zu den bekanntesten Verzierungstechniken neben Methoden wie Wachsauftragen, Wachsbossen, Kratzen oder Ätzen.

Die sorbische Tradition ist nur eine von vielen Techniken, die aus verschiedenen Regionen Europas stammen.

Künstlerin Agnes Martin arbeitet nach dem ukrainischen Vorbild: „Die Eier werden in verschiedene Farbbäder eingefärbt. Das Wachs wird verwendet, um die Bereiche abzudecken, die farbig bleiben sollen. Schließlich wird das Wachs wieder abgeschmolzen und das Ergebnis ist fertig.“

Auch modernere Methoden wurden gezeigt. Einige Teilnehmer verwendeten Mischtechniken für Collagen und Skulpturen oder Eier im Stil der berühmten Fabergé-Werke.

Zu den ungewöhnlichen Exponaten gehörten „Eiertelefone“ aus Eierschalen oder sogenannte himmlische Eier, die Sternbilder zeigen oder als Globen gestaltet sind.

Für die Besucher bietet das Festival eine Mischung aus längst verschwundenen ehrwürdigen Traditionen und modernen Techniken.

Der Termin für das nächste Jahr ‚Eggstravaganza‘ ist bereits festgelegt und verspricht eine noch spektakulärere Show, da Leipzigs „Eierlei“ am 6. und 7. März 2027 sein 30-jähriges Jubiläum feiert.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.