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Mindestens sechs Tote bei Protesten gegen Irans sich verschlechternde Wirtschaft weiten sich über Städte hinaus

1. Januar 2026

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Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian erklärt, dass er nicht viel tun könne, da die Währung rasch an Wert verliert, wobei 1 US-Dollar nun bei rund 1,4 Millionen Rials gehandelt wird.

Mindestens sechs Menschen sind bei den sich ausweitenden Protesten gegen Irans sich verschlechternde Wirtschaft getötet worden, teilten die Behörden am Donnerstag mit, während Demonstrationen sich außerhalb der großen Städte auch in ländliche Provinzen ausbreiteten.

Die Proteste sind die größten im Iran seit 2022, als der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini in Polizeigewahrsam landesweite Demonstrationen auslöste.

Allerdings sind die Demonstrationen bislang noch nicht landesweit und nicht so heftig wie jene um den Tod von Amini, der angeblich ihren Hijab falsch getragen haben soll.

Die heftigste Gewalt soll Azna getroffen haben, eine Stadt in der Lorestan-Provinz, etwa 300 Kilometer südwestlich von Teheran.

Es war unklar, warum über die Unruhen nicht mehr berichtet wurde, doch Journalistinnen und Journalisten waren 2022 aufgrund ihrer Berichterstattung festgenommen worden.

Das in den USA ansässige Abdorrahman Boroumand Center for Human Rights in Iran sagte, in Lordegan seien zwei Menschen getötet worden und identifizierte die Toten als Demonstranten.

Es veröffentlichte auch ein Standbild von einem iranischen Polizisten, der Körperpanzerung trug und eine Schrotflinte in der Hand hatte.

Irans regierungstreue Medien berichteten zunächst nicht über die Gewalt in Lordegan.

Im Jahr 2019 gab es in der Gegend um Lordegan landesweite Proteste, und Demonstranten sollen Regierungsgebäude beschädigt haben, nachdem ein Bericht besagte, dass Menschen dort durch kontaminierte Nadeln in einer örtlichen Klinik mit HIV infiziert worden seien.

Proteste aufgrund wirtschaftlicher Belastungen

Eine separate Demonstration am Mittwochabend führte Berichten zufolge zum Tod eines 21-jährigen Freiwilligen der Basij-Streitkräfte der Revolutionsgarden (IRGC).

Die staatliche IRNA-Nachrichtenagentur berichtete über den Tod des IRGC-Mitglieds, gab jedoch keine weiteren Einzelheiten bekannt.

Eine iranische Nachrichtenagentur namens Student News Network, die offenbar dem Basij nahesteht, machte die Demonstrierenden direkt für den Tod verantwortlich und zitierte Äußerungen von Saeed Pourali, einem stellvertretenden Gouverneur in der Provinz Lorestan.


Iranian banknotes displayed by a street money exchanger in downtown Tehran, 28 August, 2025


Weitere 13 Basij-Mitglieder und Polizisten erlitten Verletzungen, fügte er hinzu.

„Die Proteste, die sich ereignet haben, resultieren aus wirtschaftlichem Druck, Inflation und Währungsschwankungen und sind Ausdruck von Lebensunterhaltsproblemen“, sagte Pourali.

„Die Stimmen der Bürger müssen sorgfältig und taktvoll gehört werden, aber die Menschen dürfen nicht zulassen, dass ihre Forderungen von Gewinnstrebern verzerrt werden.“

Historischer Währungseinbruch

Die zivile Regierung Irans unter dem reformorientierten Präsidenten Masoud Pezeshkian versucht, zu signalisieren, dass sie mit den Demonstrierenden verhandeln will.

Allerdings hat Pezeshkian eingestanden, dass er nicht viel tun kann, da der Rial rasch an Wert verliert, wobei 1 Dollar nun bei rund 1,4 Millionen Rials gehandelt wird.

Unterdessen berichteten staatliche Fernsehstationen zudem über die Verhaftung von sieben Personen, darunter fünf, die als Monarchisten beschrieben wurden, und zwei weitere, die Verbindungen zu europaweit basierten Gruppen haben sollen.

Iran’s President Masoud Pezeshkian attends the United Nations General Assembly in New York, 25 September, 2025

Iran’s President Masoud Pezeshkian attends the United Nations General Assembly in New York, 25 September, 2025


Staatliches Fernsehen berichtete auch von einer weiteren Operation, bei der Sicherheitskräfte 100 schmuggelte Pistolen beschlagnahmt hätten, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

Die Theokratie Iran hatte am Mittwoch landesweit in großen Teilen des Landes einen Feiertag aufgrund der kalten Witterung erklärt, vermutlich, um die Menschen aus der Hauptstadt für ein langes Wochenende zu bewegen.

Die Proteste, die sich aus wirtschaftlichen Problemen ableiten, haben auch dazu geführt, dass einige Demonstranten Parolen gegen die Führung Irans skandierten.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.