Vor dem Internationalen Frauentag an diesem Sonntag hat Hadja Lahbib Euronews gesagt, der Kontinent sei „50 Jahre entfernt von der Gleichstellung“.
In einem Interview mit der Freitag-Ausgabe der Euronews‘-Flaggschiff-Sendung Europe Today erklärte Hadja Lahbib, die europäische Kommissarin für Gleichstellung, Bereitschaft und Krisenmanagement, dass die Europäische Kommission „verpflichtet und vorbereitet“ sei, den Folgen der sich entwickelnden Spannungen im Nahen Osten zu begegnen.
Die „Priorität“ der Kommission sei „die Rückführung“ der Tausenden von Europäern, die sich im Golfbereich gestrandet haben, sagte sie.
Laut Lahbib hat Brüssel bereits den EU-Zivilschutzmechanismus aktiviert und 15 Mitgliedstaaten dabei geholfen, sowohl Touristen, die in der Region festsitzen, als auch dort Lebende zurückzuführen.
Bislang hat die EU über den Mechanismus sechs Rückführungsflüge nach Bulgarien, Italien, Österreich und Slowakei organisiert.
Die Kommission bereitet sich auch auf eine mögliche humanitäre Krise vor, indem sie Vorräte anhäuft.
„Wir haben Lagerhäuser voller Schlafsäcke, Zelte, medizinischer Ausrüstung, einfach alles“, sagte Lahbib und bestätigte, dass die Kommission, während die Angriffe weitergehen, auch „alle Arten von Risiken überwacht“.
Eines davon ist das nukleare Risiko aufgrund Irans, sagte sie, aber auch „maritime Verschmutzung, massive Migrationsbewegungen“.
’50 Jahre entfernt von der Gleichstellung‘
Die Kommissarin will die Zahl der Frauen erhöhen, die in STEM, Wissenschaft und Technologie arbeiten.
Nach Daten von Eurostat betrug im Jahr 2023 der Anteil der Frauen unter den Absolventinnen und Absolventen, die in STEM-Feldern in Europa arbeiten, nur 33,5 %. Die Geschlechterlücke ist auch im gesamten EU-Raum zu beobachten, wobei einige EU-Länder besonders große Unterschiede verzeichnen, darunter die Niederlande, Luxemburg, Finnland, Deutschland und Ungarn.
Ziel sei es, laut Lahbib, eine Million Frauen in STEM zu beschäftigen.
„Wenn Frauen nicht am Gestaltungstisch sitzen, geht Ungleichheit in das System“, sagte sie und merkte an, dass der Mangel an Gleichstellung auch wirtschaftliche Kosten hat.
„Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt kostet europäische Länder jährlich 390 Milliarden Euro. Wenn wir also wettbewerbsfähig bleiben wollen, lasst uns zuerst an der Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt arbeiten.“
„Wir wollen Europa zu einem besseren Ort machen.“