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Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft gegen saudischen Mann im Prozess wegen Autoangriffs auf dem Markt

6. Juni 2026

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Der Amoklauf schockierte Deutschland und löste eine heftige landesweite Debatte über die Sicherheit rund um Weihnachtsmärkte aus, eine beliebte saisonale deutsche Tradition.

Die deutschen Staatsanwälte forderten am Donnerstag lebenslange Haftstrafe für den Mann, der gestanden hat, den Autoverkehrsangriff von 2024 ausgeführt zu haben, bei dem sechs Menschen auf einem Weihnachtsmarkt in der ostdeutschen Stadt Magdeburg getötet wurden.

Sie verlangten die strengste mögliche Strafe für Taleb Jawad al-Abdulmohsen, in Saudi-Arabien geboren, und erklärten dem Gericht, dass der Angriff, der auch mehr als 300 Menschen verletzt habe, „defies human comprehension“.

„Es wurde lange im Voraus geplant“ und habe bei den Opfern und ihren Familien anhaltendes Leid verursacht, das „einfach unbeschreiblich“ sei, sagte der Staatsanwalt Matthias Boettcher vor dem Gericht.

Während des monatelangen Prozesses gestand Abdulmohsen, ein Psychiater und Anti-Islam-Aktivist, eine Planung des Angriffs ein, bestreitet jedoch, absichtlich Menschen überfahren zu haben.

Seine Aussage vor Gericht war teilweise inkohärent und von bizarren Verschwörungstheorien und Hinweisen auf randnahe rechtsextremistische Ideen durchzogen.


Taleb al-Abdulmohsen attends the hearings at the District Court in Magdeburg, 9 February, 2026


„Ich bin es, der das Auto gefahren ist“, sagte Abdulmohsen dem Gericht zu Beginn des Verfahrens im November und gestand ein, seinen gemieteten schwarzen BMW am 20. Dezember 2024 in den überfüllten Weihnachtsmarkt gerast zu haben.

Der Rest seiner Eröffnungsrede vor Gericht bestand größtenteils aus inkohärenten und zusammenhanglosen Tiraden über Politiker, Gewalt gegen Frauen in Saudi-Arabien, religiöse Themen und Behauptungen über eine von der Magdeburger Polizei inszenierte Vertuschung.

Der Angeklagte hat behauptet, er habe nicht realisiert, dass er jemanden überfahren habe — eine Behauptung, die ein anderer Staatsanwalt, Marco Reinl, als völlig unglaubwürdig bezeichnete.

Videoaufnahmen zeigten deutlich, wie er den 340-PS-starken, zwei Tonnen schweren SUV mit hoher Geschwindigkeit in einem zickzackförmigen Muster steuerte, während er „durch die Menge pflügte“, sagte Reinl.

Abdulmohsen wurde wegen sechs Mordanklagen und 338 Anklagen des versuchten Mordes im Zusammenhang mit dem Rammangriff angeklagt.

Überhaupt keine Reue

Schlussplädoyers der Verteidigung und der Vertreter der Opfer werden in den kommenden Tagen erwartet.

Der Termin für das Urteil ist noch nicht festgelegt.

Nach Angaben von Boettcher lag Abdulmohsens Motiv in einem Konflikt mit einer in Köln ansässigen Flüchtlingsorganisation, gegen die er eine Zivilklage verloren hatte.

Er suchte „Rache“ für die gerichtliche Niederlage und eine Reihe von erfolglosen Strafanzeigen und wollte „weiter öffentliche und mediale Aufmerksamkeit erlangen“, so der Staatsanwalt.

Er zitierte einen psychiatrischen Sachverständigen, der den Angeklagten mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung diagnostiziert habe. Abdulmohsen zeigte „überhaupt keine Reue, kein Bedauern und keinerlei Selbstreflexion“, erklärte Boettcher vor dem Gericht.

The Christmas market where a car drove into a crowd, in Magdeburg, 22 December, 2024

The Christmas market where a car drove into a crowd, in Magdeburg, 22 December, 2024


Der Amoklauf schockierte Deutschland und löste eine heftige landesweite Debatte über die Sicherheit rund um Weihnachtsmärkte aus, eine beliebte saisonale deutsche Tradition.

Er löste auch Debatten über Immigration und Sicherheit aus, zu einer Zeit, in der Deutschland mitten in einer nationalen Wahlkampagne stand.

2016 hatte ein islamischer Extremist absichtlich einen Lastwagen in einen überfüllten Weihnachtsmarkt in Berlin gesteuert, dabei starben 12 Menschen in jener Nacht und Dutzende wurden verletzt.

Der aktuelle Prozess, der in Magdeburg stattfindet, erforderte den Bau eines großen temporären Gerichtssaals, der die Öffentlichkeit und eine Vielzahl von Opfern aufnehmen konnte.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.