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Telekom und Rheinmetall kooperieren bei Drohnenabwehrschild für Städte und Infrastruktur

14. Mai 2026

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Verdächtige Drohnenflüge über Flughäfen, Kasernen und kritische Infrastruktur nehmen zu. Die deutschen Unternehmen Telekom und Rheinmetall planen, gemeinsam ein System zu entwickeln, das in Notfällen Drohnen erkennen, stören und abfangen kann.

Die deutsche Telekommunikationsfirma Deutsche Telekom und das Verteidigungsunternehmen Rheinmetall gaben bekannt, dass sie an dem arbeiten, was sie als einen „Verteidigungs-Schutzschild“ gegen Drohnen und Sabotageakte bezeichneten.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung am Montag kündigten die Unternehmen Pläne zum Schutz von Städten und kritischer Infrastruktur in ganz Deutschland an. Dies geschieht zu einer Zeit, in der Länder in ganz Europa in den letzten Jahren einen Anstieg von Vorfällen durch unbekannte Drohnen verzeichnen.

Rheinmetall sagte, es habe einen stetigen Anstieg von „Bedrohungen durch Sabotage- und Drohnenaktivität“ infolge der aktuellen geopolitischen Lage gegeben.

Das System würde Sensoren verwenden, um Drohnen zu erkennen, und könnte sie mittels Störtechnik oder Abfangdrohnen außer Betrieb setzen.

Die Unternehmen sagten, Lasertechnik könne auch dazu verwendet werden, Drohnen in der Nähe von Industrieanlagen, Kraftwerken und anderer sensibler Infrastruktur zu stoppen.

Zunehmende Zahl von Drohnenvorfällen

Das Bundeskriminalamt (BKA) meldete, dass im vergangenen Jahr mehr als 1.000 verdächtige Drohnenflüge gemeldet wurden.

Der BKA-Präsident Holger Münch sagte deutschen Medien, zu den am stärksten betroffenen Orten gehörten militärische Anlagen, Flughäfen und Häfen.

Deutschland hat zudem Gesetze verabschiedet, die es den Streitkräften in bestimmten Hochrisikosituationen erlauben, Drohnen abzuschießen.

Der Rheinmetall-Geschäftsführer Armin Papperger erklärte, Drohnenschutz erfordere „eine Kombination aus Sensoren, Gegenmaßnahmen und sicheren Kommunikationssystemen“.

Die Deutsche Telekom erklärte, sie werde ihr Fachwissen in Cloud-Computing, Konnektivität und Datenanalyse einbringen.

Eine YouGov-Umfrage aus dem letzten Jahr ergab, dass 69% der Befragten sich über jüngste Drohnensichtungen Sorgen machten.

Wie die Technologie funktioniert

Während der Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland wurde die Deutsche Telekom von der Polizei beauftragt, unbefugte Drohnenflüge über Spielorten zu erkennen und zu lokalisieren.

Das Unternehmen sagte, dies sei durch ein Sensorennetzwerk möglich, das es seit 2017 entwickelt.

Telekom sagte, seine Systeme nutzten eine Kombination aus Video-, Audio-, Radiofrequenz- und Radarsensoren, um Drohnen zu erkennen.

Eine Methode nutzt passive Radionfunk-Erkennung, die selbst keine Signale aussendet. Die Telekom erklärte, die Technologie könne mehr als 90% der Drohnen erkennen, die in niedriger Höhe operieren.

Erkennung von Drohnen, die über Mobilfunknetze gesteuert werden

Die Unternehmen sagen, dass Erkennungssysteme sich nun anpassen müssen, weil mehr Drohnen über Mobilfunknetze gesteuert werden als über herkömmliche Funkfernbedienungen.

Gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg forscht die Deutsche Telekom daran, Wege zu finden, solche Drohnen zu erkennen.

Forscher untersuchen, ob Mobilfunknetze selbst helfen können, Drohnentätigkeiten zu identifizieren, indem ungewöhnliche Datenverkehrsmuster erkannt werden.

Die Forschung basiert auf einem Ericsson 5G-Standalone-Netzwerk, das auf dem Universitätsgelände installiert ist.

Rheinmetall erweitert Drohnenabwehrarbeiten in Hamburg

Rheinmetall erweitert auch seine zivilen Drohnenabwehroperationen.

Im Dezember 2025 ging Rheinmetall eine strategische Partnerschaft mit der Hamburger Polizei und der Hafenbehörde Hamburg ein, um den Hafen zu schützen, wo dichtes Infrastruktur- und starker Funkverkehr die Drohnenerkennung erschweren kann.

Rheinmetall, dessen Verteidigungssysteme bereits in der Ukraine und im Nahen Osten im Einsatz sind, sagte, es werde maßgeschneiderte Lösungen für kritische Infrastruktur entwickeln.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.