Der Vorstandsvorsitzende Oliver Blume erwägt weltweit 100.000 Stellen abzubauen, das entspricht rund 16% der weltweiten Belegschaft von Volkswagen, und drei Volkswagen-Werke in Deutschland sowie ein Audi-Werk zu schließen, laut Manager Magazin, unter Berufung auf Unternehmensquellen.
„Wir werden nicht tatenlos zusehen, wenn das Unternehmen seinen Kurs nicht ändert“, sagte IG Metall-Vertreter Thorsten Gröger, während Arbeiter Proteste gegen die berichteten Pläne führten, bis zu 100.000 Stellen abzubauen und vier Werke zu schließen.
Der größte Autohersteller Europas steht unter Druck durch US-Zölle, niedrigere Gewinnmargen bei Elektrofahrzeugen und vor allem durch den harten Wettbewerb in China, dem weltgrößten Automarkt.
Volkswagen, dessen zehn Marken von Seat bis Porsche reichen, senkt bereits bis 2030 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland, darunter 35.000 bei der Kernmarke Volkswagen.
Diese Kürzungen wurden Ende 2024 mit den Gewerkschaften vereinbart, zusammen mit einem Bekenntnis, bis mindestens zum Ende des Jahrzehnts keine Werkschließungen in Deutschland vorzunehmen.
Aber Vorstandsvorsitzender Oliver Blume erwägt nun, weltweit 100.000 Stellen abzubauen, das entspricht rund 16% der weltweiten Belegschaft von Volkswagen, und drei Volkswagen-Werke in Deutschland sowie ein Audi-Werk zu schließen, laut Manager Magazin, unter Berufung auf Unternehmensquellen.
„Wenn diese Pläne Realität würden, würden wir sie mit aller Macht stoppen“, sagte Christiane Benner, Chefin der mächtigen IG Metall, in einer gemeinsamen Erklärung mit Daniela Cavallo, der Vorsitzenden des VW-Betriebsrats.
IG Metall organisiert am Donnerstag Proteste von VW-Arbeitern vor Werken im ganzen Land, wenn die Vorstände des Autoherstellers dem Aufsichtsrat die Restrukturierungspläne vorstellen werden.
Was steht auf dem Tisch?
Das Treffen am Donnerstag wird voraussichtlich keine sofortige Entscheidung bringen. Stattdessen könnte es der Anfang mehrmonatiger Verhandlungen zwischen Geschäftsführung, Gewerkschaften und Politikern über Werkschließungen und weitere Stellenstreichungen sein.
Nach Berichten der Medien werde der Vorstand einen umfassenden Restrukturierungsplan erörtern, der die Schließung von vier deutschen Werken umfassen könnte — Hannover, Emden, Zwickau und den Neckarsulm-Standort von Audi — und bis zu 50.000 zusätzliche Arbeitsplätze abbauen könnte.
Auch prüft das Management die Konzernstruktur von Volkswagen und könnte die Kernmarke Volkswagen sowie das Komponenten-Geschäft ausgliedern oder abspalten, um den Konzern zu verschlanken.
Statt Fabriken vollständig zu schließen, könnte Volkswagen die Produktion von chinaorientierten Modellen auf weniger ausgelastete deutsche Standorte verlagern, wie etwa Zwickau, eine Idee, die Blume bereits vorgeschlagen hat.
Eine weitere Option wäre, neue Modelle bestimmten Werken nicht mehr zuzuweisen und die Produktion schrittweise zu beenden, statt Standorte sofort zu schließen.
Das Unternehmen hat außerdem vorgeschlagen, dass unterausgelastete Fabriken schließlich von Verteidigungsherstellern genutzt werden könnten, die ihre Produktion ausbauen wollen.
Warum die Genehmigung schwierig wird
Der Aufsichtsrat besteht normalerweise aus 20 Mitgliedern, die gleichmäßig zwischen Vertretern der Aktionäre und Arbeitnehmervertretern aufgeteilt sind.
Allerdings besitzen die Arbeitnehmervertreter derzeit die Mehrheit, nach dem jüngsten Rücktritt von Susanne Wiegand, der ehemaligen Chefin des Verteidigungsunternehmens Renk.
Die Eigentümerstruktur von Volkswagen erschwert ebenfalls jede Restrukturierung. Niedersachsen, Heimat des Hauptsitzes in Wolfsburg und von sechs Werken, hält eine Beteiligung, die groß genug ist, um wichtige Entscheidungen zu blockieren.
Wenn letztlich genehmigt, würden die Pläne die weltweite Belegschaft von rund 630.000 Mitarbeitenden um etwa 15% reduzieren.
Das würde frühere Beschäftigungsabbauprogramme in der Autoindustrie übertreffen, einschließlich des Abbaus von fast 50.000 Arbeitsplätzen bei General Motors während seiner Insolvenz im Jahr 2009.
Die breitere deutsche Autoindustrie — einschließlich BMW, Mercedes-Benz und deren Zulieferern — hat ebenfalls Arbeitsplätze abgebaut und restrukturiert, um auf die schwächere Nachfrage und den zunehmenden Wettbewerb zu reagieren.

