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Winzige Fiedlerkrabben saugen Mikroplastik auf und bauen es ab – Studie zeigt

2. Januar 2026

Obwohl sie so groß wie ein Post-it-Zettel sind, können diese winzigen Fiddler-Krabben Mikroplastikpartikel aufnehmen und abbauen, berichten Forscher.

Winzige Krabben spielen heimlich eine unbesungene Rolle bei der Reinigung des Planeten, indem sie Mikroplastik aufsammeln.

Eine neue Studie, veröffentlicht im Journal Global Change Biology, verfolgte eine Population von Fiddler-Krabben – die nicht größer werden als die Breite eines Post-it-Zettels – in einem stark verschmutzten Mangrovenwald an der Nordküste Kolumbiens.

Hier haben Jahre urbaner und landwirtschaftlicher Expansion die Mangrovengebiete stark degradiert, was zu einigen der weltweit höchsten gemessenen Plastikkontaminationswerte geführt hat.

Trotzdem stellten die Forscher fest, dass die Arthropoden „gedeihen“ und in der Lage sind, große Mengen kleiner Plastikpartikel im Sediment aufzunehmen und abzubauen. Mit dem Ruf, ein „Ökosystem-Ingenieur“ zu sein, können diese Krabben Plastikteile innerhalb weniger Tage abbauen und dabei deutlich schneller wirken als Sonnenlicht und Wellen.

Wie Fiddler-Krabben sich an Mikroplastik anpassen

Während Wissenschaftler zuvor herausgefunden hatten, dass Fiddler-Krabben in Laborversuchen Plastik aufnehmen, ist dies die erste Studie dieser Art, die untersucht, ob sie Plastik in der natürlichen Umwelt meiden oder sich „an dessen Vorhandensein anpassen“.

Forscher der Universidad de Antioquia in Turbo und Medellin, der University of Exeter und dem Corporation Center of Excellence in Marine Sciences (CEMarin) wählten fünf Versuchsflächen von jeweils einem Quadratmeter in einer städtischen Mangrove aus und sprühten 100 ml Lösungen, die Polyethylen-Mikrosphären enthielten. Dabei handelt es sich um winzige Plastikpartikel, die bei UV-Licht helle Farben ausstrahlen.

Sie führten diesen Prozess über 66 Tage hinweg fort, bevor sie Bodenproben und 95 Krabben entnahmen.

„Wir wollten herausfinden, wie die Mikrosphären auf die wichtigsten Organe verteilt sind und ob die Interaktion der Krabbe mit den Mikrosphären zu einer physischen Fragmentierung in kleinere Partikel führt“, sagt der leitende Forscher, Professor José M. Riascos.

Die Studie ergab, dass die Krabben Mikroplastik in einer Konzentration 13-mal höher akkumuliert hatten als im Sediment. Diese Partikel waren in den Organen der Krabben nicht gleichmäßig verteilt, doch die größte Menge fand sich im Hinterdarm.

Viele der Mikroplastikpartikel wurden in diesem Prozess weiter fragmentiert, und das Team kam zu dem Schluss, dass der speziell mahlende Darm des Tieres zusammen mit Plastik abbauenden Bakterien diesen Prozess unterstützen könnte. Es bestand außerdem eine größere Wahrscheinlichkeit, fragmentierte Partikel bei Weibchen als bei Männchen zu finden.

Schaden Mikroplastik den Fiddler-Krabben?

Forscher warnen, dass die faszinierende Fähigkeit der Fiddler-Krabbe ihren Preis haben könnte – möglicherweise könnten schädliche Nanoplastikpartikel in ihr Gewebe freigesetzt werden und anschließend in die Nahrungskette gelangen.

Dies unterstreicht die Bedeutung weiterer Forschung, um herauszufinden, ob diese Mikroplastikfragmente die Gesundheit der Fiddler-Krabben beeinträchtigen und an ihre Fressfeinde weitergegeben werden.

Forscher wissen jedoch noch nicht genau, wie – oder in welchem Ausmaß – Mikroplastik die Gesundheitszustände beeinflusst. Allerdings haben mehrere Studien vor potenziellen Verbindungen zu schweren Problemen wie Krebs, Atemwegserkrankungen und Herzinfarkten gewarnt.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.