Die Fahrzeugproduktion bei VW in Osnabrück soll 2027 enden, was bedeutet, dass rund 2.300 Arbeitsplätze von einer Anschlusslösung abhängen.
Der israelische Verteidigungshersteller Rafael Advanced Defense Systems erwägt Berichten zufolge, die Produktion von Tamir-Abfangraketen für sein Iron Dome-Luftverteidigungssystem in Indien aufzubauen, berichtete die Bild-Zeitung unter Berufung auf Unternehmensquellen.
Dieser Schritt könnte bedeuten, dass das VW-Werk in Osnabrück möglicherweise nicht mehr als Produktionsstandort für Iron-Dome-Komponenten infrage kommt.
Im Frühling bestätigte Volkswagen, dass es Gespräche mit Verteidigungsindustriefirmen über die Zukunft des Werks in Osnabrück führe.
Laut Reuters unterzeichnete Rafael im April eine Absichtserklärung für den Standort. Geplant war, dort Bauteile für das israelische Luftverteidigungssystem herzustellen.
Die Fahrzeugproduktion bei VW in Osnabrück soll 2027 enden, was bedeutet, dass rund 2.300 Arbeitsplätze von einer Anschlusslösung abhängen.
Katar soll Verhandlungen erschweren
Laut Bild stößt das Projekt in der VW-Gruppe auf Widerstand. Dem Bericht zufolge hält die Qatar Investment Authority (QIA), einer der größten Aktionäre von Volkswagen, Vorbehalte gegen eine Zusammenarbeit mit dem israelischen Staatsunternehmen.
Reuters berichtete im Juni ebenfalls unter Berufung auf mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen, dass der katarische Staatsfonds die Verhandlungen erschwere.
Die QIA hält rund 17% der Stimmrechte von Volkswagen und hat zwei Sitze im Aufsichtsrat.
Indien gewinnt an Bedeutung
Nach Informationen der Bild könnte Rafael daher mit der Einrichtung der Produktion in Indien vorankommen. Die Entscheidung ist noch nicht offiziell bestätigt.
Indien ist ein wichtiger Wachstumsmarkt für internationale Verteidigungsunternehmen. Mit seiner Make-in-India-Strategie strebt das Land danach, einen größeren Anteil der Verteidigungsproduktion auf heimischem Boden zu verlagern.
Aus israelischer Sicht gilt Indien seit Jahren als einer der wichtigsten VerteidigungsPartner. Darüber hinaus betreibt Rafael bereits eine Produktionslinie für Tamir-Abfangraketen im US-Bundesstaat Arkansas gemeinsam mit dem US-Unternehmen Raytheon.
Volkswagen sucht weiterhin nach einer langfristigen Perspektive für das Werk Osnabrück. Zuletzt berichtete das Wirtschaftsmagazin Capital, dass das Bundesland Niedersachsen erwägt, eine Beteiligung an dem Standort zu übernehmen, um den Übergang zu möglicher Rüstungproduktion zu unterstützen. Eine Entscheidung über die Zukunft des Werks steht noch aus.