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Revolutionäre Abnehm-Methode soll 10 Kilo purzeln lassen – ganz ohne Spritzen

25. Januar 2026

Eine neue Option gegen Übergewicht

Ein oraler Wirkstoff aus den USA sorgt für Aufsehen: Er verspricht deutliche Gewichtsverluste – ganz ohne Injektion. In Studien verloren Teilnehmende im Schnitt rund 10,4 Kilogramm innerhalb von 16 Monaten, ein Rückgang um etwa 10,5 Prozent des Körpergewichts. Das könnte eine spürbare Lücke schließen für Menschen, die Spritzen scheuen oder eine einfachere Anwendung wünschen.

Diese Entwicklung trifft auf einen Zeitpunkt, an dem Adipositas weltweit zunimmt und bewährte Injektionspräparate nicht für alle Patienten infrage kommen. Ein täglicher Tabletten-Wirkstoff könnte die Akzeptanz erhöhen und die Therapietreue verbessern.

Der Wirkstoff und sein Ansatz

Der Kandidat heißt Orforglipron und stammt vom Hersteller Eli Lilly. Er ist ein GLP‑1‑Agonist, also ein Wirkstoff, der das Hormon Glucagon-like Peptide‑1 imitiert und so Appetit und Magenentleerung beeinflusst. Ziel ist es, das Sättigungsgefühl zu verstärken und die Kalorienaufnahme zu senken.

Im Unterschied zu anderen GLP‑1-Therapien wie Semaglutid oder Liraglutid wird Orforglipron als Tablette einmal täglich eingenommen. Diese Form könnte Hürden im Alltag senken, etwa bei Menschen mit Nadelangst oder begrenztem Zugang zu Injektionshilfen.

Was die Studien zeigen

In einer Phase‑3-Studie mit stark übergewichtigen Personen (Durchschnittsgewicht rund 101 Kilogramm) kam es zu einer signifikanten Gewichtsreduktion. Die Teilnehmenden verloren durchschnittlich 10,4 Kilogramm, was etwa 10,5 Prozent des Ausgangsgewichts in 16 Monaten entspricht. Im Placebo-Arm lag der Rückgang bei rund 2 Prozent des Gewichts.

Das Verträglichkeitsprofil war überwiegend gut, mit vorrangig gastrointestinalen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung. Schwerwiegende Nebenwirkungen traten in den Daten nicht dominant auf, was für eine breite Anwendbarkeit sprechen könnte.

Einordnung im Therapiefeld

Bisher dominieren Injektionen die Therapie der Adipositas mit GLP‑1‑basierten Medikamenten. Dazu zählen unter anderem Saxenda (Liraglutid), Wegovy (Semaglutid) und Mounjaro (Tirzepatid), die per Rezept verordnet werden. Sie sind für Menschen mit Adipositas oder relevantem Übergewicht und Begleiterkrankungen vorgesehen.

Ein orales Präparat könnte die Palette erweitern und einen niedrigeren Einstieg ermöglichen. „Ein täglicher Tabletten-Ansatz kann Barrieren senken und die Therapie näher an den Alltag der Patienten bringen.“ Diese Perspektive beleuchtet die Bedeutung von Form und Komfort für den Erfolg.

Zulassung und Verfügbarkeit

Aktuell ist Orforglipron in Europa und speziell in Frankreich noch nicht zugelassen. Vor einer Markteinführung stehen die Bewertung durch die europäischen Behörden und nationale Entscheidungen an. Ein konkreter Zeitplan ist daher noch offen.

Wichtig ist: Eine Verschreibung erfolgt unter medizinischer Aufsicht und nur bei klaren Indikationen. Selbstmedikation oder unsachgemäßer Gebrauch können Risiken bergen und den Nutzen schmälern.

Sicherheit: Lehren aus der Vergangenheit

Die Geschichte der Appetitzügler mahnt zur Vorsicht. Präparate wie Acomplia wurden wegen psychiatrischer Risiken vom Markt genommen. Der Mediator-Skandal zeigte schwerwiegende Herzklappen-Probleme, und Orlistat stand wegen möglicher Leber-Schäden in der Kritik. Solche Erfahrungen unterstreichen die Notwendigkeit strenger Prüfungen.

Für neue Therapien bedeutet das: Gründliche Daten, robuste Kontrollen und fortlaufende Pharmakovigilanz sind entscheidend. Nur so lässt sich eine gute Balance zwischen Wirksamkeit und Sicherheit halten.

Wer profitieren könnte

Orforglipron könnte für bestimmte Patientengruppen besonders interessant sein, sofern eine Zulassung erfolgt und ärztliche Kriterien erfüllt sind:

  • Menschen mit Adipositas oder relevantem Übergewicht plus Komorbiditäten
  • Personen, die Injektionen schlecht tolerieren oder ablehnen
  • Patientinnen und Patienten mit Therapie-barrieren im Alltag
  • Menschen, die von einer GLP‑1-Strategie profitieren, aber eine orale Form bevorzugen

Was bleibt zu beachten

Auch bei vielversprechenden Ergebnissen gilt: Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Bewegung bleiben zentral. Medikamente sind ein Werkzeug, kein Ersatz für eine umfassende Betreuung. Die besten Resultate entstehen durch individualisierte Pläne und kontinuierliche Begleitung.

Ebenso wichtig ist eine realistische Erwartung: Gewichtsreduktion verläuft selten linear, und Nebenwirkungen müssen beobachtet und gegebenenfalls behandelt werden. Ein transparentes Gespräch mit dem Behandlungsteam schafft die Basis für sichere Entscheidungen.

Ausblick

Sollte Orforglipron die Zulassung erhalten, könnte es die Therapielandschaft spürbar verändern. Ein wirksames, orales GLP‑1-Präparat würde den Zugang erweitern und die Wahlmöglichkeiten erhöhen. Für viele Betroffene könnte das den entscheidenden Unterschied machen – hin zu nachhaltigerer Gewichts-kontrolle und besserer Gesundheit.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.