Ein Großteil der Verbraucher verbindet Joghurt mit einem „leichten“ und damit besonders gesunden Snack. Neue Analysen zeigen jedoch, dass manche beliebte Sorten überraschend fettreich sind. Wer seine Ernährung gezielt steuern möchte, sollte daher genauer auf Etiketten und Nährwerte achten.
Was die Untersuchung offenlegt
Die französische Verbraucherorganisation UFC‑Que Choisir hat Anfang 2025 dreißig Milchprodukte aus dem Supermarkt überprüft. Ziel war es, Fett, Eiweiß, Kalorien und Calcium systematisch zu vergleichen.
Das Ergebnis zeigt große Spannbreiten zwischen den einzelnen Produkten. Selbst Varianten, die als „leicht“ oder „natur“ gelten, können deutlich mehr Fett und Kalorien liefern, als viele Käufer vermuten.
Besonders auffällig ist die Diskrepanz zwischen Image und Wirklichkeit. Verpackungen mit Pastellfarben, kindliche Motive oder der Hinweis „Natur“ lassen auf Leichtigkeit schließen, doch die Analyse zeichnet ein anderes Bild.
Für gesundheitsbewusste Haushalte ist das ein wichtiges Signal. Wer regelmäßig zu denselben Marken greift, riskiert unbemerkt eine hohe Fettzufuhr – mit Folgen für Energie- und Nährstoffbilanz.
Warum das Image täuscht
Joghurt wird oft als „Proteinsnack“ mit Vorteilen für Darmflora und Sättigung beworben. Diese Aussagen sind nicht grundsätzlich falsch, überdecken aber mitunter die Fettgehalte. Gerade Cremigkeit und milder Geschmack gehen im Kühlregal häufig mit mehr Sahne einher. Das Ergebnis sind Produkte, die geschmacklich überzeugen, ernährungsphysiologisch aber eher einem Käse als einem „leichten“ Joghurt ähneln.
Petit‑Suisse und Griechischer Joghurt im Fokus
Der Petit‑Suisse zählt zu den Kalorienkönigen unter den Bechern. Rund 140 kcal pro 100 g und etwa 10 % Fett bringen ihn näher an zwei Scheiben Camembert als an einen klassischen Naturjoghurt. Überraschend: Beim Calcium schneidet er nicht zwangsläufig besser ab, als sein Ruf vermuten lässt.
Auch Griechischer Joghurt wird wegen seines Eiweißgehalts geschätzt, fällt aber je nach Sorte durch hohen Fettanteil auf. Manche Becher liefern das Zwei- bis Dreifache der Kalorien eines einfachen Naturjoghurts. Wer „extra cremig“ oder „traditionell“ bevorzugt, bekommt oft auch extra Fett. Deshalb lohnt ein Blick auf 100‑g‑Werte statt nur auf die Portionsangabe.
„Im Kühlregal gilt: Nicht die Marke zählt, sondern die Nährwerttabelle – sie ist der ehrlichste Kompass für eine wirklich bewusste Wahl.“
So treffen Sie bessere Entscheidungen
- Auf die Fettangabe je 100 g achten und Varianten mit unter 3,5 % Fett bevorzugen.
- Bezeichnungen wie „extra cremig“ als Warnsignal für mehr Sahne verstehen.
- Zu Skyr oder mageren Schafs‑/Ziegenjoghurts als Protein‑ und Fett‑kompromiss greifen.
- Zucker prüfen: Aroma‑, Honig‑ und Fruchtvarianten enthalten oft mehr Zucker als gedacht.
- Calcium im Blick behalten; 20–30 % Tagesbedarf pro Becher sind vorteilhaft.
- Portionsgrößen realistisch wählen und Becher nicht „nebenbei“ leeren.
- Familiengrößen bevorzugen: weniger Plastikmüll und meist günstiger pro Portion.
Weiterführende Einblicke
Die Nährwerttabelle richtig lesen
Wichtig sind die Werte pro 100 g, nicht nur pro Portion. Denn Portionsgrößen sind oft klein kalkuliert und verschleiern den realen Energiegehalt, wenn der ganze Becher gegessen wird. Entscheidend sind außerdem gesättigte Fettsäuren, die Sie möglichst gering halten sollten.
Beim Protein liefert Skyr häufig viel Eiweiß bei moderatem Fett. Beim Calcium können Schafsmilch‑Joghurts punkten, doch auch hier zählt die konkrete Angabe. Wer Zucker spart, kann mit Obst, Nüssen oder Haferflocken selbst süßen – so steigen Ballaststoffe und Sättigung.
Nachhaltigkeit und Preis im Blick
Familienbecher verursachen weniger Verpackung und schonen den Geldbeutel. Wer mit Naturjoghurt als Basis arbeitet, kann süß oder herzhaft flexibel variieren. So bleibt der Einkauf übersichtlich, die Küche kreativ und die Nährstoffqualität hoch.
Fazit
Beliebte Joghurts sind nicht automatisch leicht – manche stehen Käse in Sachen Fett kaum nach. Mit klarem Blick auf Fett, Zucker, Protein und Calcium lässt sich der Kühlschrank jedoch schnell „umsortieren“: mehr Transparenz, bessere Wahl und Genuss ohne böse Überraschungen.