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Neuer Flughafen Machu Picchu könnte 200 Prozent mehr Besucher anziehen – Umweltschützer unzufrieden

10. Februar 2026

Ein neuer Flughafen, der die Transitzeiten nach Machu Picchu drastisch verkürzen würde, war lange Zeit in Planung.

Machu Picchu ist die größte Touristenattraktion Perus; sie verzeichnete im Jahr 2024 über 1,5 Millionen Besucher.

Diese Zahl dürfte bereits im nächsten Jahr steigen, wenn ein neuer Flughafen die Anreise zur antiken Inka-Zitadelle deutlich erleichtern wird.

Während es eine willkommene Nachricht für Besucher ist – die Stätte ist notorisch schwer zu erreichen – protestieren Anwohner der Region und Archäologen schon lange gegen den Bau.

Der lange Weg nach Machu Picchu

Derzeit müssen Reisende, die die Überreste des Machu Picchu aus dem 15. Jahrhundert sehen möchten, eine lange Reise auf sich nehmen.

Die meisten fliegen zum Flughafen Lima, der Hauptstadt Perus, und nehmen dann einen Inlandsflug nach Cusco. Von dort aus ist eine Zug- oder Busfahrt nach Aguas Calientes (Machu Picchu-Stadt) erforderlich, gefolgt von einer ca. 25-minütigen Busfahrt oder Wanderung zur Zitadelle.

Alternativ gibt es einen viertägigen Trek durch die Anden.

Die lange Anreise gehört für manche Reisende zum Erlebnis, da die Zitadelle absichtlich hoch in einem amazonischen Nebelwald versteckt erbaut wurde.

Aber für viele ist eine so lange Reise schlichtweg unpraktisch.

Ein geplanter neuer Flughafen für Machu Picchu

Ein neuer Flughafen, der die Transitzeiten nach Machu Picchu drastisch verkürzen würde, war lange in Planung.

Nach Jahrzehnten von Verzögerungen, Finanzierungslücken und Korruptionsskandalen könnte sich endlich etwas beschleunigen.

Der internationale Flughafen Chinchero wird am Stadtrand von Chinchero liegen, einer historischen Andenstadt, wodurch Reisende Zwischenstopps in Lima und Cusco vermeiden können.

Dadurch würden Stunden der Reise eingespart.

Auf der Baustelle ist bislang wenig los gewesen, aber Behörden haben nun angekündigt, dass der Flughafen Ende 2027 fertiggestellt wird.

Der neue Flughafen bedroht das Inka-Erbe

Der neue Flughafen ist darauf ausgelegt, jährlich bis zu acht Millionen Reisende zu bewältigen, und könnte laut BBC die Besucherzahlen in der Region um 200 Prozent erhöhen.

Befürworter begrüßen den wirtschaftlichen Aufschwung, den dies einer unterentwickelten Region bringen werde, von Bauarbeitsplätzen bis hin zu touristischer Unterkunft und Dienstleistungen.

Doch indigene Gemeinschaften, Archäologen und Naturschützer haben von Anfang an auf die kulturellen und ökologischen Risiken hingewiesen.

Machu Picchu hat bereits aufgrund von Überfüllung tägliche Kapazitätsgrenzen, die durch ein strenges Buchungssystem verwaltet werden.

Noch mehr Besucher würden die empfindlichen Ruinen enorm belasten, warnen Archäologen. Kritiker sagen, dass Flugzeuge tief über dem nahegelegenen Ollantaytambo und seinem archäologischen Park hinwegfliegen würden, mit potenziell irreversiblen Schäden an den Inka-Resten.

Gegner des Flughafens unterstreichen außerdem die Gefahr, die dem umliegenden Heiligen Tal droht.

Die Landschaft, die im 15. Jahrhundert das Zentrum des größten Weltimperiums war, ist durchzogen von Inka-Straßen, Bauwerken, Bewässerungsnetzen und einer Salzmine, von der viele noch genutzt werden.

Das Land, das für den Bau geräumt werden muss, bedroht dieses Erbe direkt.

„Dies ist eine gestaltete Landschaft; es gibt Terrassen und Wege, die von den Inkas entworfen wurden“, sagte Natalia Majluf, eine peruanische Kunsthistorikerin an der Universität Cambridge, dem Guardian im Jahr 2019. „Einen Flughafen hier zu bauen, würde sie zerstören.“

Der neue Flughafen wird die Wasserknappheit verschärfen

Agrarische Traditionen und die natürliche Landschaft sind auch gefährdet, so Naturschützer.

Seit der Ankündigung des neuen Flughafens verkaufen Maisbauern rund um Chinchero Land, berichtet die BBC.

Der Flug- und Fahrzeugverkehr zum Flughafen wird den Charakter der Umgebung drastisch verändern, während Hotels und Lodges das landwirtschaftliche Erbe in der Umgebung ersetzen.

Es bestehen Befürchtungen, dass der Bau die Wasserknappheit verschärfen könnte, indem das Einzugsgebiet des Piuray-Sees, auf das die Stadt Cusco für fast die Hälfte ihrer Wasserversorgung angewiesen ist, geleert wird.

Auffüllungs- und Abfallwirtschaftssysteme sind ebenfalls bereits ausgelastet und Recycling-Infrastruktur existiert nicht.

Gegner des Flughafens hoffen nun darauf, dass, wie es seit Jahrzehnten der Fall ist, die Bauarbeiten weiterhin auf Rückschläge stoßen.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.