Sechs russische Wissenschaftler, die mit Alexei Navalnys Epibatidin-Vergiftung in Verbindung stehen, sehen sich nun Vermögenssperren und EU-weiten Reiseverboten gegenüber.
Die EU-Mitgliedstaaten einigten sich am Freitag darauf, sechs russische Staatsangehörige zu sanktionieren, die mit der chemischen Substanz in Verbindung stehen, von der vermutet wird, Navalny während seiner Inhaftierung in einer Strafkolonie getötet zu haben.
Die Zielpersonen sind Wissenschaftler und Forscher, die am militärischen Programm Russlands für chemische Waffen beteiligt sind, vor allem bei der Entwicklung von Epibatidin, dessen Spuren nach Navalnys Tod im Februar 2024 am Körper gefunden wurden.
Navalny war Russlands prominentester Oppositionsführer und Anti-Korruptions-Aktivist. Er wurde 2021 wegen Betrugs verhaftet, nachdem er nach einer gescheiterten Vergiftung im Jahr 2020 nach Russland zurückgekehrt war; später folgten weitere Anklagen im Zusammenhang mit Extremismus im selben Jahr.
Er wurde zu 19 Jahren Haft verurteilt und in ein arktisches Hochsicherheitsgefängnis verlegt, wo Berichten zufolge am 16. Februar 2024 sein Tod gemeldet wurde. Europäische Untersuchungen haben inzwischen bestätigt, dass sein Tod auf eine chemische Vergiftung zurückzuführen ist.
Auf der Liste der sanktionierten Personen steht Igor Babkin, Leiter des Signal Scientific Centre, dem Labor, das als verantwortlich für die Synthese von Epibatidin gilt.
Irina Derevyagina, eine Chemieforscherin am Staatlichen Forschungsinstitut für organische Chemie und Technik, ist ebenfalls sanktioniert. Sie gilt als zentrale Figur im russischen Programm chemischer Waffen.
Mikhail Gutsalyuk, Leiter der wissenschaftlichen Abteilung an der Militärakademie der radiologischen, chemischen und biologischen Verteidigung, steht ebenfalls auf der Liste.
Die Sanktionen sperren jegliche in der EU gehaltenen Vermögenswerte, einschließlich Bankkonten, ein und verhängen ein EU-weites Reiseverbot für die Gelisteten.