Hitzewellen und das Fehlen von Winterschnee sowie Sommerregen haben die Wasserfälle in der Bärenschützklamm ausgetrocknet.
Ein Tagesausflug in Österreichs bekannteste Schlucht, die Bärenschützklamm, bedeutet normalerweise, über donnernde Wasserfälle und schnell fließende kalte Bäche zu klettern. Doch in diesem Jahr fand ich die Schlucht in einem ganz anderen Zustand vor. Das Wasser, das jedes Jahr 40.000 Touristen anzieht, ist verschwunden. Die Wasserfälle sind ausgetrocknet und die Bäche so trocken, dass man entlang ihrer Flussbetten wie auf einem anderen Pfad gehen kann.
Gerhard Jantscher, chairman of Austrian Alpine Club Österreichischer Alpenverein, Sektion Mixnitz, tells Euronews Earth that the Alps are suffering in the face of global warming, summer heatwaves, drought and the lack of snow and rain. The landscape – formed over hundreds of years – is changing fast.
„By the end of July, the flow of water through the Bärenschützklamm gorge had ceased due to a lack of precipitation. The water source is the Mixnitz Stream, which originates on the Sommeralm and flows via the Teichalm to the Bärenschützklamm. The region relies heavily on natural precipitation so that the Sommeralm and Teichalm areas can absorb the rainfall and gradually feed it into the Mixnitz Stream.“
It would take at least a week of steady rain for the Bärenschützklamm’s water levels to recover.
Atemberaubende Schlucht auch ohne Wasser
Versteh mich nicht falsch – die Schlucht ist auch ohne Wasserfälle wunderbar. Zu Fuß zu gehen, oder eher zu klettern, zwischen oder unter majestätischen Felsformationen und Bäumen offenbart sich die rohe Kraft der Natur. Der Pfad führt dich über frei schwebende Holzdielenleitern, die vor über hundert Jahren angelegt wurden.
Nach einem tödlichen Unfall im Jahr 2020 blieb die Schlucht bis zu diesem Jahr geschlossen. In dieser Zeit investierten die Behörden mehr als 2 Millionen Euro, um die Wege sicherer zu machen.
„Wir begannen 2021 mit der Planung der Sicherheitsmaßnahmen und des Wiedaufbaus des Gehwegsystems. Wir, die Sektion Mixnitz des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV), konnten diese Mittel durch unsere eigene Initiative aufbringen, um die Bärenschützklamm für Touristen zugänglich zu machen,“ erklärt Jantscher.
Klimawandel und Mangel an Niederschlägen
Bevor die Auswirkungen des Klimawandels sich verstärkten, war der Niederschlag (Regen oder Schnee) in den Bergen reichlich, übertraf nahezu überall 1.000 Millimeter pro Jahr und oft 1.500 mm. Der Winter ist normalerweise die trockenste Jahreszeit in den österreichischen Alpen, während der Sommer aufgrund von Nachmittagsgewitter die niederschlagsreichste Saison ist.
In diesem Jahr – wie in ganz Europa – brachten langanhaltende Hitzeperioden und ein Mangel an Regen. Laut GeoSphere Austria lag der Niederschlag im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2026 im Land 27 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Das an sich wäre nicht besonders ungewöhnlich. In einigen Teilen des Landes waren die Bedingungen jedoch seit 1885 nicht mehr so trocken.

