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China präsentiert humanoide Roboter mit Kampfkünsten: Sollte Europa sich Sorgen machen?

21. Februar 2026

Während Peking in der Robotik voranschreitet, wie es bei der Aufführung zum Mondneujahrsfest demonstrierte, ergibt sich eine größere Frage: Wie fortgeschritten sind diese Systeme wirklich, und sollte Europa besorgt sein?

Chinas jährliche Gala zum Mondneujahr sorgte in diesem Jahr für Schlagzeilen, da humanoide Roboter die Show stahlen und koordinierte Kampfkünste sowie Parkour-Läufe zeigten.

Es markierte mehrere bahnbrechende Errungenschaften und ist eine kühne Demonstration des rasanten technologischen Fortschritts des Landes.

Nach einem von CCTV veröffentlichten Video führten zwei Dutzend Roboter die erste kontinuierliche Freestyle-Tisch-Vaulting-Parkour-Abfolge, den ersten Überschlag in der Luft, fortlaufende Einbein-Drehungen, einen zweistufigen, wandgestützten Backflip und die erste 7,5-Drehung der Airflare-Großrotation aus.

China beschleunigt die Bemühungen, leistungsfähigere KI-gestützte Roboter mit geringerem menschlichen Eingriff zu entwickeln.

Die Roboter sind seit der Gala des Vorjahres, bei der Humanoide einen wackeligen Volkstanz mit Taschentüchern aufführten, schon weit gekommen. Die Maschinen dieses Jahres wirkte deutlich stabiler und signalisierten einen klaren Fortschritt.

Was das jenseits der Gala bedeutet

Doch jenseits des Spektakels bleiben Fragen offen: Wie fortgeschritten sind diese Roboter wirklich und sollte ihre Entwicklung Bedenken hervorrufen?

Unternehmen weltweit testen humanoide Roboter in Fabriken und Lagern, und einige Firmen positionieren sie für den zukünftigen Heimgebrauch.

Verteidigungsexperten sagen, dass solche Maschinen letztlich militärische Anwendungen haben könnten.

„Es gibt wahrscheinlich Raum für Roboter in menschlicher oder tierischer Form in militärischen und Sicherheitsorganisationen. Vor allem, wenn sie mit Strukturen interagieren sollen, die für Menschen gebaut wurden, wie Autos, Treppen und Türen“, sagte Hans Liwång, Professor für Systemwissenschaften für Verteidigung und Sicherheit an der Schwedischen Verteidigungsuniversität, gegenüber Euronews Next.

Er warnte davor, dass der reale Einsatz viel komplexer ist als eine inszenierte Demonstration. In militärischen Umgebungen sei die Form des Roboters weniger wichtig als die Frage, ob er über eine ausreichend „gut entwickelte Logik“ verfügt, um in einer unvorhersehbaren Umgebung zu operieren.

Liwång warnte zudem davor, zu viel in hochkarätige Demonstrationen hineinzulesen, da sie auch durch die Linse staatlicher Propaganda betrachtet werden könnten.

„Die Aufführung eines einstudierten, vorab geplanten und kontrollierten Spektakels sagt uns nicht viel über den Stand der Technologie. Solche Shows dienen der Eindrucksbildung und übertreiben daher wahrscheinlich die Leistungsfähigkeit der Technologie“, sagte er.

Kann Europa Schritt halten?

Während Europa nicht alarmiert werden muss, muss es aufmerksam bleiben, sagte Liwång.

„Europa muss über die internationale Entwicklung informiert sein. Wir müssen von anderen lernen, nicht von Grund auf neu beginnen. Wir müssen aus den Anstrengungen lernen, die in diese Entwicklung investiert wurden, und aus der technischen Entwicklung.“

Seine Bemerkungen fallen zu einer Zeit, in der das Rennen um humanoide Robotik zunehmend von China und den Vereinigten Staaten dominiert zu werden scheint.

Analysten zufolge liegt Chinas Vorteil vor allem in der Fertigungsgröße und der Integration der Lieferkette.

Das Land hat eine nahezu vertikal integrierte Robotik-Wertschöpfungskette aufgebaut, unterstützt von starker staatlicher Rückendeckung, die es Unternehmen ermöglicht, die Produktion schnell zu skalieren und die Preise zu senken.

Unitree Robotics, dessen Maschinen bei der Gala zum Frühlingsfest Chinas eine prominente Rolle spielten, bewirbt einen Grundpreis von 13.500 USD (etwa 11.280 Euro) für seinen G1-Humanoid-Roboter.

Tesla hat noch keinen kommerziellen Preis für Optimus angekündigt. In einer Gewinnschätzung im Januar 2025 sagte CEO Elon Musk, dass die Produktionskosten unter 20.000 USD (etwa 16.700 Euro) fallen könnten, wenn die jährliche Produktion eine Million Einheiten erreicht, was darauf hindeutet, dass die Preise höher bleiben könnten, bis eine groß angelegte Fertigung erreicht ist.

Nach einem Bericht von 2024 des International Federation of Robotics, eines globalen Branchenverbands mit Sitz in Deutschland, bleibt China der weltgrößte Markt für Industrieroboter und machte 2024 mehr als die Hälfte aller Roboterinstallationen weltweit aus.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.