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Chinesische Importe sinken um 30–40 Prozent aufgrund der EU-Steuer auf Kleinpakete

31. August 2026

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Seit dem 1. Juli erhebt die EU eine Zollabgabe von 3 Euro auf Paketen im Wert von unter 150 Euro, und die Maßnahme wirkt bereits, da Importe – insbesondere aus China – um 30 bis 40 Prozent zurückgegangen sind.

Seit Jahren überschwemmten kleine Päckchen aus China die europäischen Briefkästen. Kleidung, Accessoires, Gadgets und Alltagsgegenstände, die auf Shein, Temu oder AliExpress bestellt wurden, kamen direkt zu den Verbrauchern nach Hause – zu sehr niedrigen Preisen.

Ein System, das für manche einer Invasion glich, dem die EU ernsthaft Einhalt geboten hat.

Seit dem 1. Juli unterliegen Sendungen im Wert von höchstens 150 € einer pauschalen Zollabgabe von 3 € pro Produktkategorie. Bis jetzt waren diese kleinen Sendungen zollfrei.

Die Auswirkungen der Maßnahme waren schnell spürbar.

Laut den vom Wirtschaftsministerium zitierten französischen Zollzahlen ist die Anzahl der in die EU importierten Kleinsendungen seit Einführung der Abgabe um 30 bis 40 % zurückgegangen.

Die französische Regierung sieht darin einen Beleg dafür, dass eine engere Regulierung das Verbraucherverhalten verändern und die Marktdominanz der großen chinesischen Plattformen in Frage stellen kann.

Zwischen Juni und Juli sanken die Verkaufsvolumina bei Temu (-50%) und AliExpress (-37%).

Shein hält sich besser (-15%), gestützt durch die geplante Eröffnung eines neuen Lagers in Polen Ende 2025, das dazu beitragen wird, die Steuerlast zu verringern.

Warum hat Europa beschlossen zu handeln?

Im Jahr 2025 gingen 5,9 Milliarden niedrigwertige Artikel in die EU ein, das entspricht mehr als 16 Millionen Paketen pro Tag.

Für Brüssel verschaffte das System großen ausländischen Plattformen einen Vorteil gegenüber europäischen Einzelhändlern, die denselben Regeln unterliegen und Zölle auf Importe zahlen müssen.

Die Europäische Kommission hat zudem Sicherheitsbedenken hervorgehoben.

Laut einer Umfrage, die 2025 in der EU durchgeführt wurde, entsprachen mehr als 60% der geprüften Niedrigwertprodukte nicht den europäischen Anforderungen oder Sicherheitsstandards.

Die neuen Regeln ermöglichen es den Zollbehörden daher, Produkte, die ein Risiko darstellen, besser zu identifizieren.


Ein Sortierzentrum in Peking im Jahr 2025


Obwohl sie wirksam ist, ist die Maßnahme nicht dauerhaft.

Sie soll eine umfassendere Reform des europäischen Zollsystems im Jahr 2028 begleiten.

Ein weiterer Schritt könnte bereits im November erfolgen, wenn zusätzlich Gebühren zur Finanzierung der Paketabwicklung eingeführt werden könnten.

Die Zahlen von Shein deuten auch darauf hin, was als Nächstes kommt.

Eine am Zoll erhobene Abgabe kann vermieden werden, indem das Lager innerhalb des Zollgebiets verlegt wird, und eine 3-Euro-Gebühr, die das Kaufverhalten innerhalb eines Monats verändert, ist ebenfalls eine 3-Euro-Gebühr, die Plattformen übernehmen können – verteilt auf Kategorien oder wieder in den Produktpreis eingerechnet.

Brüssel hat bewiesen, dass es den Zufluss verlangsamen kann, aber ob es auch die Herkunft dieser Güter letztlich verändert hat, ist eine Frage für die nächsten zwei Jahre.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.