Germany besitzt zwar keinen Flugzeugträger, plant jedoch die größte Fregatte der Welt – die F126. Sie soll 2029 in See stechen und je nach Mission für U-Boot-Jagd oder Drohnenoperationen geeignet sein. Doch es gibt Probleme mit dem Schiff. Wann wird das Super-Schiff eintreffen?
Die größte Fregattenklasse der Welt soll in Deutschland gebaut werden, wobei die erste F126-Fregatte, die „Niedersachsen“, bereits im Bau ist. Das Projekt, das ursprünglich als das größte Beschaffungsprojekt der Marine galt, liegt bereits massiv hinter dem Zeitplan und es drohen Verzögerungen von rund vier Jahren. Vorgesehen war, dass es ab 2029 im Nordatlantik eingesetzt wird.
Der Hauptunterschied zwischen der F126 und klassischen Fregatten liegt im Konzept, da sie weniger auf einzelne Gefechtsrollen ausgelegt ist, sondern vielmehr als flexibel einsetzbare Mehrzweckplattform fungiert.
Ein modulares System, das sich an verschiedene Aufgaben anpassen lässt
Der Mittelpunkt ist das modulare System, das es dem Schiff erlaubt, je nach Mission umgerüstet zu werden – zum Beispiel zur U-Boot-Jagd, für Spezialeinheiten oder Drohnenoperationen. Gleichzeitig ist es auf lange Einsätze ausgelegt und kann sich mit wechselnden Besatzungen bis zu zwei Jahre im Einsatzgebiet aufhalten.
Bei rund 10.000 Tonnen gehört es zudem zu den größten Fregatten der Welt und bietet reichlich Platz für zusätzliche Systeme, Hubschrauber und unbemannte Technologien. Es ist daher weniger ein klassisches Kriegsschiff für Hochintensitätskämpfe, sondern vor allem für permanente Präsenz, Überwachung und Führung von Operationen konzipiert.
Gleichzeitig treibt die deutsche Regierung auch eine alternative Lösung voran: die Mehrzweckfregatte Meko A-200 (F128) von TKMS, für die bereits die ersten Mittel aus dem Sondervermögen freigegeben wurden, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Mindestens vier Schiffe sollen beschafft werden, mit der Option auf weitere.
USA baut „Trump-Klasse“ Schlachtschiff
Große Kriegsschiffe werden nicht nur in Deutschland gebaut. Ende des letzten Jahres kündigte US-Präsident Donald Trump den Bau einer neuen Generation von Schlachtschiffen an, die laut ihm „größer und stärker bewaffnet sein werden als alles, was die US-Marine jemals gebaut hat“.
Vorhersehbar wird die neue Generation als „Trump-Klasse“ bezeichnet, deren erstes Schiff, die „USS Defiant“, ab den frühen 2030er-Jahren gebaut werden soll. Laut dem Präsidenten sollen die Schiffe mit Geschützen und Raketen ausgestattet werden und Waffensysteme tragen können, die noch nicht entwickelt wurden, wie Lasersysteme und hypersonische Waffen. Sie könnten auch mit nuklear bewaffneten seebasierten Marschflugkörpern ausgerüstet werden.
Die US-Marine hat seit der Außerdienststellung des letzten Iowa-Klasse-Schlachtschiffs vor 34 Jahren kein Schlachtschiff mehr im Dienst.
‚Brückenlösung‘ statt endloser Baustelle?
Zurück in Deutschland gilt das Meko-Programm als schnell verfügbare „Brückenlösung“, doch das F126-Projekt lässt sich kaum stoppen, da die bereits investierten enormen Summen schwer zu rechtfertigen wären. Berichten zufolge gibt es jedoch Pläne, beide Projekte parallel fortzuführen.
Die Probleme beim F126-Projekt entstehen hauptsächlich durch technische und organisatorische Fragen – vor allem im IT-Bereich. Die niederländische Werft Damen war ursprünglich mit dem Auftrag betraut worden. Im Jahr 2020 setzte sie sich mit dem günstigsten Angebot durch und versprach, einen Großteil der Produktion nach Deutschland zu verlegen.
Allerdings stockte das Projekt rasch. Ein zentrales Problem war, dass die Konstruktionsdaten nicht in die Systeme der beteiligten Werften und Lieferanten übertragen werden konnten. Planung und Bau liefen nicht im Einklang – Verzögerungen waren unausweichlich.
Im Herbst 2025 wurde Damen schließlich aus dem Projektmanagement entfernt. Der Fokus liegt nun auf der deutschen Werftengruppe NVL (Naval Vessels Lürssen).
Laut FAZ könnte Unterstützung vom deutschen Rüstungsriesen Rheinmetall kommen. Da die Probleme bei der Datenübertragung intern offenbar gelöst wurden – ein entscheidender Schritt, damit das Projekt vorankommt – will Rheinmetall nun den Bau beschleunigen.
Unter günstigen Bedingungen könnte das erste Schiff laut Experten 2031 vom Stapel laufen, während gleichzeitig befürchtet wird, dass die Kosten in die Höhe gehen könnten.
Klingt bekannt, FCAS-Jagdflugzeug?
Deutschland, Frankreich und Spanien arbeiten seit fast einem Jahrzehnt am europäischen Kampfflugzeug, dem Future Combat Air System(FCAS). Es soll ab 2040 den Eurofighter und den französischen Rafale ersetzen. Allerdings kommt der Fortschritt bei diesem prestigeträchtigen Projekt seit längerem nur schleppend voran.
Der Grund soll in andauernden Differenzen zwischen Airbus und Dassault liegen. Der französische Hersteller soll auf eine klare Führungsrolle bestehen, sich im Notfall in der Lage sehen, das Kampfflugzeug eigenständig zu entwickeln, und darauf drängen, einen großen Teil des Mehrwerts in Frankreich zu bündeln.
Im Februar brachte Bundeskanzler Friedrich Merz erstmals einen möglichen deutschen Ausstieg ins Gespräch. Als Nuklearmacht habe Frankreich „andere Anforderungen“ als Deutschland und Spanien, sagte Merz und verwies damit auf unterschiedliche sicherheitspolitische Interessen innerhalb des Projekts. Macron hingegen verteidigte das Projekt. Europa brauche ein gemeinsames Kampfflugzeug, argumentierte er.
Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des FCAS ist noch nicht getroffen worden.