Deutschland und andere europäische Länder haben wiederholt UAVs beobachtet, die über sensiblen Standorten wie Flughääfen, Militärbasen und Industrieanlagen flogen.
Deutschland wird seine Anti-Drohnen-Polizeieinheit verstärken, sagte die Regierung am Montag, wenige Tage nachdem ein explosiv beladenes unbemanntes Luftfahrzeug in einen strategisch wichtigen Flughafen geflogen wurde.
Berlin war in der vergangenen Woche schockiert über den Vorfall, als das UAV entschärft wurde, nachdem es in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs am Flughafen Leipzig-Halle gefunden worden war, einem zentralen Transportknoten für militärische Ausrüstung.
Innenminister Alexander Dobrindt, der den Vorfall als ein „hybrides Angriffszenario“ bezeichnete — möglicherweise unter Beteiligung einer „ausländischen Macht“ — plant nun, die Personalstärke der Anti-Drohnen-Einheit der Bundespolizei auf 300 zu verdoppeln.
Die Anzahl der operativen Standorte der Einheit soll von vier auf acht steigen, sagte eine Sprecherin des Ministeriums bei einer Pressekonferenz.
Sie sagte auch, dass Dobrindt nächste Woche formell ein neues Drohnentechnologie-Forschungszentrum eröffnen werde, das dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) angegliedert sei.
Nach Informationen des wöchentlich erscheinenden Magazins Die Zeit prallte die Drohne am Leipziger Flughafen Stunden vor ihrer Entdeckung durch einen Flughafenmitarbeiter gegen eine Tragfläche eines Antonov-Flugzeugs.
Der Grund, warum die Sprengstoffladung nicht detonierte, blieb unklar, heißt es in dem bislang unbestätigten Bericht, der sich auf Aufnahmen von Sicherheitskameras stützt.
Der Flughafen im Osten Deutschlands spielt eine Schlüsselrolle beim Transport militärischer Güter durch die deutsche Streitkräfte und Verbündete der NATO. Er dient auch als Basis für Antonov Airlines, die ukrainische Frachtfluggesellschaft.
Serie von Drohnensichtungen
Deutschland und andere europäische Länder haben wiederholt UAVs beobachtet, die über sensiblen Standorten wie Flughäfen, Militärbasen und Industrieanlagen flogen.
Behörden in Deutschland, einem der größten militärischen Unterstützer der Ukraine, sagten, sie vermuten Russland hinter vielen dieser Zwischenfälle als Teil einer Kampagne von Sabotage, Spionage und Desinformation.
Russland hat jegliche Verantwortung für derartige Vorfälle bestritten.
Die russische Botschaft wies den Leipziger Vorfall letzte Woche als eine „hastig erdachte Provokation“ zurück, die „nur den Interessen Kiews und des militaristischen Flügels des europäischen politischen Establishments dient.“
Auch am Montag sagten die Zeit und die Bild-Zeitung, Ermittler hätten Spuren von DNA an der am Leipziger Flughafen entdeckten Drohne gefunden.
Die Zeit berichtete, dass die betreffende DNA zuvor in Litauen registriert gewesen sei, nannte aber keine weiteren Details.
