Der ägyptische Präsident warnte davor, dass der Nahe Osten eine „kritische Phase“ durchläuft, in der versucht wird, seine Landkarte neu zu zeichnen, und forderte, dass die staatliche Souveränität respektiert werde.
Der ägyptische Präsident Abdel Fattah el-Sisi sagte am Samstag, dass der Nahe Osten mit „bewussten Versuchen“ konfrontiert sei, seine Landkarte unter extremistischen ideologischen Vorwänden neu zu gestalten, und warnte vor zunehmender Instabilität in der gesamten Region.
Die Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund erhöhter regionaler Spannungen, die mit dem anhaltenden Iran-Krieg und seinen weiterreichenden Auswirkungen in der Region verbunden sind.
In einer Fernsehansprache zum Sinai-Befreiungstag betonte er die Notwendigkeit, die staatliche Souveränität und die territoriale Integrität zu respektieren, und erklärte, er lehne Bestrebungen ab, Länder zu fragmentieren oder ihre Ressourcen zu beschlagnahmen.
Er sagte, politische Lösungen und Verhandlungen blieben der einzige Weg zur Stabilität, und forderte Zusammenarbeit sowie Wiederaufbau statt fortgesetzten Konflikten.
Iranische Spannungen und Sicherheit im Golf
Einen Tag zuvor, in der zyprischen Hauptstadt Nikosia, während eines beratenden Treffens zwischen arabischen und EU-Führungskräften, das sich auf die Auswirkungen des Iran-Kriegs konzentrierte, sagte el-Sisi, dass jedes potenzielle Abkommen mit dem Iran die Sicherheitsbedenken der Golfstaaten berücksichtigen müsse.
Er sagte, die jüngsten Entwicklungen hätten ernste Auswirkungen auf die regionale Stabilität, den Seetransport und die Weltwirtschaft, insbesondere auf die Energieversorgung und Lieferketten.
Ägypten lehnt Angriffe auf arabische Länder ab und unterstützt Anstrengungen zur Eindämmung der Eskalation und betont, dass ein politischer Weg der einzige gangbare Weg nach vorn bleibe.
Verletzungen der Gaza-Waffenruhe
In seinen Fernsehansprachen forderte el-Sisi außerdem die vollständige Umsetzung der zweiten Phase der Gaza-Waffenruhe, einschließlich ungehinderter humanitärer Hilfe und dem sofortigen Beginn des Wiederaufbaus.
Er bekräftigte Ägyptens Ablehnung jeglicher Versuche, Palästinenser zu vertreiben, und forderte ein Ende der wiederholten Angriffe im besetzten Westjordanland.
Katarische Beamte forderten ebenfalls die vollständige Öffnung von Grenzübergängen, um den Fluss humanitärer Hilfe und die Bewegungsfreiheit der Zivilbevölkerung zu ermöglichen, und warnten vor schweren humanitären Folgen, falls der Zugang eingeschränkt bleibt.
Katar hat Bedenken über Verstöße Israels gegen die Waffenruhe und Beschränkungen der humanitären Hilfe geäußert und davor gewarnt, dass solche Hindernisse die nächste Phase des Abkommens behindern und Aussicht auf Fortschritte untergraben.