Die Regionalpolizei gab am Samstag bekannt, dass die Leichen von vier Opfern — zwei 16-Jährige, eine 18-Jährige und eine 21-Jährige, alle Schweizer Staatsangehörige — identifiziert und an ihre Familien übergeben worden seien.
Die Schweizer Polizei gab am Samstag bekannt, dass die ersten vier Opfer eines tödlichen Brandes in einer Bar im Skigebiet Crans-Montana identifiziert worden seien.
Die Leichen von zwei Jugendlichen im Alter von 16 Jahren, einer 18-Jährigen und einer 21-Jährigen, wurden nach der Identifizierung ihren Familien zurückgegeben.
Die Polizei erklärte, dass die Identifizierung der übrigen Opfer, der Verletzten und der Verstorbenen, voranschreite, und sie gab keine weiteren Informationen.
Der Brand in der Bar Le Constellation verwandelte eine Silvesterfeier in eine der schwersten Tragödien des Landes, und er wurde am Freitagnachmittag von Beamten vermutlich darauf zurückgeführt, dass Funkenstäbe in Sektflaschen getragen wurden.
Sie ergänzten, dass 113 von 119 Verletzten formell identifiziert worden seien, womit der langanhaltende Schmerz der Familien anerkannt werde, die weiterhin darauf warten, von ihren vermissten Angehörigen zu erfahren.
„Die heutige Priorität liegt wirklich auf der Identifizierung, um den Familien zu ermöglichen, mit ihrer Trauer beginnen zu können“, sagte Beatrice Pilloud, Generalstaatsanwältin der Region Wallis.
„Es ist eine Wartezeit, die die Stabilität der Menschen zerstört“, sagte Elvira Venturella, eine italienische Psychologin, die mit den Familien derjenigen arbeitet, die sich in der Bar aufhielten. „Und je mehr Zeit vergeht, desto schwieriger wird es, die Ungewissheit zu akzeptieren, keine Informationen zu haben.“
„Ich suche überall. Der Körper meines Sohnes ist irgendwo“, sagte Laetitia Brodard aus Lausanne, Schweiz, gegenüber Reportern. „Ich möchte wissen, wo mein Kind ist, und an seiner Seite sein. Egal, wo das sein mag, ob auf der Intensivstation oder im Leichenschauhaus.“
Brodard sagte, sie habe kurz nach Mitternacht eine Nachricht von ihrem Sohn erhalten, in der stand: „Frohes Neues, Mama, ich liebe dich“, und sie habe geantwortet: „Frohes Neues, Großer, hab eine gute Zeit.“ Das war ihr letzter Kontakt.
Die Schwere der Verbrennungen habe die Identifizierung sowohl der Verletzten als auch der Verstorbenen erschwert, weshalb Familien die Behörden mit DNA-Proben versorgen müssen.
In einigen Fällen wurden Brieftaschen und Identifikationsdokumente einäschert. Ein Instagram-Konto ist mit Fotos von Personen gefüllt, die vermisst werden, und Freunde sowie Verwandte haben um Hinweise zu ihrem Verbleib gebeten.
Internationale Unterstützung für die Behandlung der Opfer
Unterdessen wird internationale Hilfe für die schwer verletzten Opfer organisiert. Vier Patienten wurden kurz nach dem Silvesterbrand in deutsche Krankenhäuser aufgenommen, weitere sieben sollten folgen, teilte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am Freitagabend mit.
Laut dem Schweizer Bundesamt für Bevölkerungsschutz sollen bis Sonntag insgesamt 50 Verletzte in Krankenhäuser im Ausland überführt werden. Neben Deutschland sollen auch Krankenhäuser in Frankreich, Italien und Belgien verletzt aufgenommen.
Viele stehen vor langwierigen Behandlungen. In einigen Fällen waren mehr als 70% der Körperoberfläche der Opfer verbrannt. Viele litten auch an schweren Lungenschäden durch Rauchinhalation.
Einige Patienten würden voraussichtlich eine zweistellige Anzahl von Operationen benötigen. Geplant ist, jeden von ihnen etwa jeden zweiten Tag operieren zu lassen.
Kritik am Brandschutz und Einrichtungen
Während die Behandlung der Brandopfer fortgezetzt wird, wächst auch die Kritik am Brandschutz der Bar und am baulichen Aufbau.
Nach Augenzeugenberichten kam es zu einer massiven Gedränge an einer engen Treppe, die vom Keller ins Erdgeschoss führte, als Menschen versuchten, die Le Constellation Bar zu verlassen.
Ein 31-jähriger Barkeeper aus Crans-Montana meldete, dass es nur einen kombinierten Eingangs- und Ausgangsbereich sowie einen weiteren Notausgang gab, der bei seinen Besuchen stets blockiert gewesen sei.
Der Notausgang befand sich in einem separaten Raum, der als Raucherraum genutzt wurde. „Jeder in der Stadt wusste, dass das irgendwann schiefgehen würde“, sagte er der deutschen Zeitung Bild.
Brandschutzexperten Peter Wilkinson und Edwin Galea sagten der BBC, dass schallabsorbierender Polyurethanschaum an der Decke vermutlich während des Brandes in Brand geraten sei. Dieses Material ist stark entflammbar und kann dichten, giftigen Rauch erzeugen, wodurch die Fluchtzeit erheblich verkürzt wird.
Beatrice Pilloud, Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, zufolge prüft die Staatsanwaltschaft unter anderem Umbauten, verwendete Materialien, Betriebslizenzen, Sicherheitsvorkehrungen sowie Flucht- und Evakuierungswege.
Sie ermitteln zudem, ob eventuell anwesende Überlebende strafrechtlich belangt werden könnten. Fotos und Videos zeigten Feiernde mit Feuerwerk in Sektflaschen, was nach ersten Feststellungen die Schaumschicht an der Decke entzündet haben könnte.
Nachlässige Brandstiftung oder fahrlässige Tötung könnten in Betracht gezogen werden, so Pilloud. Bisher gebe es jedoch keine entsprechenden Hinweise.

