Finnlandischer Präsident Alexander Stubb betonte, dass Finnlands „oberste Priorität“ nach wie vor darin bestehe, Teil der NATO und der EU zu bleiben, und dass die französische Initiative die nukleare Abschreckung der NATO nicht ersetzen oder überlappen werde.
Finnland und Frankreich haben sich am Montag darauf geeinigt, ihre Verteidigungspartnerschaft zu vertiefen, wobei Helsinki formell einer französischen Initiative beitritt, die darauf abzielt, die europäische Sicherheit durch vorwärtsgerichtete Nuklearabschreckung zu stärken.
In einer gemeinsamen Erklärung bezeichneten die beiden Länder die Entscheidung als „wichtigen Schritt für die europäische Sicherheit, und für die bilaterale Zusammenarbeit.“
„Es wird ihre Partnerschaft stärken, und bietet Möglichkeiten für strategische Signale sowie die Fähigkeit, eine Eskalation unterhalb der nuklearen Schwelle zu managen“, fuhr der Text fort, und ergänzte, dass in den nächsten Monaten eine „Nukleare Lenkungsgruppe“ eingerichtet werde, um die Umsetzung dieser Zusammenarbeit zu beginnen.
In einem Beitrag auf X betonte der finnische Präsident Alexander Stubb, dass Finnlands „oberste Priorität“ weiterhin darin bestehe, Teil der NATO und der EU zu sein, und dass die französische Initiative die nukleare Abschreckung der NATO nicht ersetzen oder überlappen werde.
„Finnland beabsichtigt nicht, in Friedenszeiten Nuklearwaffen auf seinem Territorium zu stationieren“, fügte er hinzu.
Das Vereinigte Königreich, Deutschland, Polen, Schweden, die Niederlande, Belgien, Griechenland, Dänemark und Norwegen haben sich bereits der Initiative Frankreichs angeschlossen, die darauf abzielt, die nukleare Zusammenarbeit in ganz Europa durch gemeinsame Übungen zu vertiefen.
Im Rahmen des Abkommens könnten teilnehmende Länder zudem möglicherweise französische nuklear-fähige Flugzeuge zeitweise aufnehmen.
Paris würde jedoch die ausschließliche Kontrolle über sein Nukleararsenal behalten, wobei die endgültige Entscheidung über dessen Einsatz beim französischen Präsidenten liegen würde.
Estland könnte als Nächstes dran sein
Der estnische Ministerpräsident Kristen Michal sagte der AFP, Tallinn stehe ebenfalls „im Gespräch“ mit Paris über eine mögliche Zusammenarbeit zu diesem Thema.
„Das ist nicht diese Art von Initiative, der man einfach beitritt … Sie benötigt bestimmte Fähigkeiten, Bereitschaft und so weiter“, sagte Michal der Nachrichtenagentur am Rande des Europäischen Arktis-Gipfels im Norden Finnlands.
„Wir stehen bereits unter dem nuklearen Schirm der NATO. Und Frankreich unterstützt auch unsere Unabhängigkeit mit Truppen in Estland. Wenn die Zusammenarbeit im nuklearen Bereich vertieft werden kann, wird das wahrscheinlich der Fall sein“, fügte er hinzu.
Seit März 2017 unterhält Frankreich eine militärische Präsenz von rund 300 Soldaten in Estland im Rahmen der verstärkten vorderen Präsenz der NATO in den baltischen Staaten.