Immer mehr Flughäfen erhöhen die derzeitige Grenze auf 2L, doch die Einführung an den Sicherheits-Schleusen verläuft uneinheitlich. Hier ist der aktuelle Überblick über Europa.
Etwas Gutes für Flugreisende. Viele europäische Flughäfen verabschieden sich endlich von der umstrittenen 100-Milliliter-Grenze für Flüssigkeiten im Handgepäck, was das Ende einer Ära winziger, überteuerter Cremes und Shampoos bedeutet.
Es folgt die Einführung der neuen CT-Sicherheits-Scanner, die hochauflösende 3D-Visualisierungen liefern und sowohl feste als auch flüssige Sprengstoffe erkennen. Im Juli letzten Jahres erklärte die EU-Kommission, dass eine Maßnahme zur Abschaffung der Regel in der gesamten EU ebenfalls in der Pipeline liege.
Die 100-ml-Grenze wurde 2006 in Europa und darüber hinaus eingeführt, nachdem britische Polizisten einen islamistischen Anschlagsplan vereitelt hatten, bei dem Transatlantikflüge mit flüssigen Bomben aus versteckten Softdrink-Flaschen angegriffen werden sollten.
Welche Flughäfen gestatten das Mitführen von Flüssigkeiten bis zu 2L?
Mit den neuen Regelungen könnten Reisende bis zu 2 Liter pro einzelnen Behälter in ihrem Handgepäck mitführen.
Doch Reisende sollten die Regeln für das Handgepäck sorgfältig lesen, bevor sie packen. Viele EU- und europäischen Flughäfen (tatsächlich die meisten von ihnen) haben sich noch nicht daran gehalten.
Vereinigtes Königreich: Weit verbreitete Nutzung von CT-Scannern
London Heathrow, der verkehrsreichste Flughafen des Kontinents, war der jüngste, der die Flüssigkeitsgrenze anhob – erst vor wenigen Wochen – und setzt sie nun in allen seinen Terminals durch. Es folgten andere britische Knotenpunkte wie London Gatwick, Birmingham, Belfast und Edinburgh.
London Stansted ist noch nicht soweit, aber Reisende dürfen Flüssigkeiten in ihren Taschen belassen, ohne sie in einen externen Plastikbehälter zu legen. Gleiches gilt für den London City Airport und Luton.
Deutschland: Uneinheitliche Einführung in Frankfurt, Berlin und München
Die Behörden des Flughafens München gaben Europe in Motion gegenüber bekannt, dass das Limit auf 2L erhöht wurde „an 15 Sicherheits-Schleusen im Terminal 2 und fünf Schleusen im Terminal 1“.
Die übrigen Schleusen verfügen „noch nicht über moderne CT-Technologie“, weshalb „die 100-ml-Grenze weiterhin gilt“, heißt es.
Gleiches gilt auch am Flughafen Frankfurt, wo nur „einige Sicherheitskontrollen bereits neue CT-Scanner verwenden, die bis zu 2 Litern zulassen“.
Das Gleiche gilt für Berlin Brandenburg, wo 2L nur in 24 Sicherheits-Schleusen erlaubt ist.
„Im Jahr 2026 beginnen wir mit der Neugestaltung der verbliebenen Sicherheitslinien im Hauptbereich des Terminals 1“, sagten die Behörden des Flughafens Berlin uns, während sie Reisende weiterhin dazu raten, sich an die 100-ml-Grenze zu halten, „um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten“.
Italien: Fortlaufende Einführung im Norden und Zentrum
Gute Nachrichten für Touristen, die Italien bald für die Winterspiele besuchen, da das Mitführen von Flüssigkeiten bis zu 2L jetzt an Milan Linate, Bologna, Rom Fiumicino, Milan Malpensa (nur Terminal 1) und Turin (nur für Fast-Track-Passagiere) erlaubt ist.
Andere europäische Flughäfen, die die Flüssigkeitsgrenze erhöht haben
Passagiere dürfen auch in Dublin, Prag Václav-Havel Flughafen Terminal 2, Vilnius und Kaunas (Litauen), Krakau und Posen (Polen), Klausenburg (Rumänien), Billund (Dänemark) und Malta Flüssigkeiten mit maximal 2 Litern mitführen.
Welche anderen Flughäfen planen, die Grenze anzuheben, und welche nicht?
Amsterdam Schiphol, Europas drittgrößter Flughafen, und Barcelona El Prat sagten Europe in Motion, dass sie den europäischen Vorschriften folgen, sich aber nicht dazu äußerten, ob sie die Grenze künftig auf 2L anheben würden.
Brüssel Zaventem sieht ebenfalls keine Änderungen vor: „Wir beobachten technologische Entwicklungen, aber derzeit gibt es keine konkreten Pläne, die Sicherheitsausrüstung anzupassen“, sagten sie uns.
Ebenso bleiben an den Flughäfen in Paris, Marseille, Madrid, Athen und Lissabon die Grenzen für Flüssigkeiten bei 100 ml.
Athen plant, die neuen 2-L-Scanner Anfang 2027 einzuführen, sobald die Ausbauarbeiten am Eleftherios Venizelos abgeschlossen sind, teilten die Behörden uns mit, während Paris-Flughäfen bis 2030 vollständig einsatzbereit sein sollen.