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Flugzeug : Die 100-ml-Grenze ist an diesen Flughäfen Geschichte Sie können bis zu zwei Liter mitnehmen

14. Januar 2026

Die kleine Plastikbeutel-Zeit neigt sich an immer mehr Orten dem Ende zu. Dank neuer Sicherheitstechnik dürfen Reisende an einigen Airports deutlich mehr Flüssigkeiten im Handgepäck mitnehmen – teils sogar bis zu zwei Liter. Für viele klingt das wie ein längst fälliger Neustart: “Endlich kein Flaschen-Tetris mehr im Beutel”, hört man an den Gates. Was genau gilt, wo es schon umgesetzt ist und worauf Sie achten sollten.

Warum die alte Regel kippt

Der Gamechanger sind CT-Scanner der neuesten Generation, die das Handgepäck in 3D durchleuchten. Die Systeme erkennen den Inhalt von Flaschen, Tuben und Tiegeln erheblich präziser als früher. Dadurch müssen Laptops und Flüssigkeiten oft nicht mehr ausgepackt werden, und größere Behälter können sicher geprüft werden.

Sicherheitsbehörden in Europa und darüber hinaus setzen die Technik Schritt für Schritt ein. Wo die modernsten, sogenannten C3-Scanner laufen, lockern Airports die Vorgaben – teilweise mit der Freigabe auf zwei Liter pro Person. “Das neue System ist für Passagiere einfacher und für uns sicherer”, heißt es aus Sicherheitszonen.

Diese Airports sind vorangegangen

Die Lage ist dynamisch, denn Roll-outs passieren stufenweise – oft erst auf einzelnen Spuren. An folgenden Orten sind die neuen Regeln bereits gut sichtbar oder weit fortgeschritten, mit lokalen Abweichungen möglich:

  • Irland: Shannon (SNN) und Donegal (CFN) haben die Beschränkung weitgehend aufgehoben; größere Behälter sind erlaubt, die Kontrolle bleibt streng.
  • Finnland: Helsinki-Vantaa (HEL) und zahlreiche Regionalflughäfen arbeiten mit neuen Scannern; größere Mengen sind möglich, Laptops bleiben im Gepäck.
  • Italien: An mehreren großen Flughäfen – etwa Rom-Fiumicino (FCO) und Mailand-Linate (LIN) – sind neue Kontrollspuren in Betrieb; die Freigaben sind großzügiger.
  • Vereinigtes Königreich: Einige Airports haben die Technik früh eingeführt; örtliche Regeln wechselten zeitweise, der Status kann sich kurzfristig ändern.
  • Spanien: Große Airports rollen C3-Scanner aus; dort, wo sie aktiv sind, gelten bereits entspanntere Flüssigkeitsregeln in ausgewählten Bereichen.

Wichtig: Die Liste ist nicht abschließend, und Bedingungen können je nach Spur, Terminal und Tageslage variieren. Prüfen Sie kurz vor der Reise die Website des Abflughafens und die Hinweise im Terminal.

Was “bis zu zwei Liter” wirklich bedeutet

Die großzügigere Mitnahme bezieht sich auf die insgesamt erlaubte Menge an Flüssigkeiten im Handgepäck. Sie dürfen größere Behälter mitführen, solange sie durch die neue Kontrolle gehen. Nicht alles, was flüssig ist, wird aber automatisch zugelassen: Gefährliche, brennbare oder unklare Substanzen bleiben verboten.

Auch mit neuer Technik gelten Sicherheitsstandards: Behälter müssen verschließbar sein, Inhalte klar erkennbar, und die Packung darf nicht manipuliert wirken. Duty-free-Waren in versiegelten Beuteln sind weiterhin zulässig, solange die Siegel intakt und die Quittungen vorhanden sind.

Aufpassen bei Umstiegen und Zielvorgaben

Ein Knackpunkt bleibt der Transfer: Starten Sie an einem “neuen” Airport, steigen aber an einem “alten” um, kann die größere Flasche beim Sicherheits-Check im Transit doch aussortiert werden. “Was am Start durchgeht, kann beim Umstieg scheitern”, sagen Vielflieger.

Besonders aufmerksam sollten Sie bei Flügen in Länder sein, deren Behörden bislang an der klassischen Regel festhalten. In den USA gilt die 3-1-1-Vorgabe weiterhin; größere Behälter riskieren dort die Abnahme. Gleiches kann für einzelne Drittstaaten oder Charter-Terminals gelten, die noch ohne CT arbeiten.

So klappt es am Reisetag

Planen Sie mit etwas Vorlauf, denn nicht jede Spur hat schon die neue Technik. Folgen Sie der Beschilderung: Oft sind “Next Gen Security” oder “CT-Lanes” klar ausgewiesen. Wer auf Nummer sicher geht, packt kritische Flüssigkeiten so, dass ein schnelles Umpacken möglich bleibt.

Achten Sie auf dicht verschlossene Deckel, denn ausgelaufene Flüssigkeit kann selbst in neuen Spuren zu Extra-Checks führen. Rechnen Sie mit punktuellen Kontrollen, wenn der Inhalt nicht eindeutig erkennbar ist. Ein kleiner Plan B hilft: Wenn nötig, geben Sie einzelne Flaschen im Aufgabegepäck auf.

Behalten Sie außerdem das Zusammenspiel mit Ihrer Airline im Blick. Einige Fluggesellschaften haben eigene Handgepäcklimits bei Größe und Gewicht, die mit großen Flaschen schneller erreicht sind. “Mehr Freiheit, ja – aber klug gepackt”, raten erfahrene Reisende.

Worauf es jetzt ankommt

Die Richtung ist klar: Mit CT-Scannern werden Sicherheitskontrollen schneller, die Regeln für Flüssigkeiten pragmatischer und das Reiseerlebnis spürbar ruhiger. Trotzdem bleibt die Umsetzung ein Mosaik: Manche Airports sind schon so weit, andere folgen. Prüfen Sie kurz vor Abflug die aktuellen Hinweise Ihres Flughafens, und reisen Sie mit einem Hauch Flexibilität. Dann wird der Abschied vom Minibeutel nicht nur bequem, sondern auch stressfrei.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.