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Kaspisches Meer steht vor einer dreifachen Krise: Können neue grenzüberschreitende Regeln helfen?

16. Februar 2026

Aserbaidschan hebt zunehmende Umweltbedrohungen des Kaspischen Meeres hervor, während die UNO grenzüberschreitende Umweltprüfungen einführt.

Das Kaspische Meer leidet unter sinkenden Wasserständen und Biodiversitätsverlust.

Aserbaidschan hat kürzlich diese wachsenden Umwelt-Risiken bei den Vereinten Nationen in Genf hervorgehoben, während neue internationale Regeln für Großinfrastrukturprojekte in der Region in Kraft treten.

Während der UN-Debatten schloss Leyla Aliyeva, Vizepräsidentin der Heydar-Aliyev-Stiftung, sich ranghohen Beamten und Umweltexperten an, um auf Governance-Herausforderungen aufmerksam zu machen, die das weltgrößte eingeschlossene Wasser-Gewässer betreffen. Die Delegierten betonten die Bedeutung von langfristiger Überwachung, verbesserter wissenschaftlicher Daten und einer engeren Koordination zwischen kaspischen Anrainerstaaten und internationalen Partnern.

Der erneuerte diplomatische Fokus fällt mit einem neuen Protokoll zur Umweltverträglichkeitsprüfung unter der Tehran-Konvention zusammen. Das rechtsverbindliche Protokoll verlangt, dass Großprojekte potenzielle grenzüberschreitende Umweltauswirkungen prüfen, wenn ein anderes kaspisches Land dies anfordert.

Zu den Projekten gehören Öl- und Gasanlagen, Pipelines, Kraftwerke, Dämme, Verkehrsachsen und groß angelegte Wassertransfers. Bewertungen müssen öffentlich zugänglich sein, und die Genehmigung der betroffenen Staaten ist Voraussetzung, bevor der Bau fortgesetzt werden kann.

Regionale Zusammenarbeit ist ‚entscheidend‘, da das Kaspische Meer einer dreifachen Bedrohung gegenübersteht

„Der Kaspische Meer steht unter zunehmendem Druck durch die dreifache planetarische Krise des Klimawandels, Biodiversitätsverlusts und der Verschmutzung“, sagt Arnold Kreilhuber, Direktor des UNEP-Regionalbüros für Europa, gegenüber Euronews.

„Regionale Zusammenarbeit ist essenziell. Die Tehran-Konvention und ihre Arbeit an einem Aktionsplan zur Bekämpfung des Rückgangs des Meeres kann Anstrengungen bündeln, um sicherzustellen, dass wir dieses einzigartige Gewässer sowie die Gemeinschaften und Arten, die davon abhängen, schützen.“

Die Tehran-Konvention, formell bekannt als Rahmenkonvention zum Schutz der Meeresumwelt des Kaspischen Meeres, bietet den Governance-Rahmen für die regionale Zusammenarbeit. Von allen fünf kaspischen Anrainerstaaten – Aserbaidschan, Iran, Kasachstan, Russland und Turkmenistan – unterzeichnet, soll sie die Meeresumwelt schützen und eine nachhaltige Entwicklung fördern.

Das Sekretariat der Konvention wird derzeit vom UN-Umweltprogramm (UNEP) vorläufig wahrgenommen. Seit ihrer Verabschiedung hat die Konvention Maßnahmen zu Ölunfallbekämpfung, landbasierter Verschmutzung und Biodiversitätsschutz vorangetrieben. Ein fünftes Protokoll zur Umweltüberwachung und zum Informationsaustausch wird verhandelt, um die langfristigen Nachhaltigkeitsbemühungen zu stärken.

Der Rückgang des Kaspischen Meeres könnte Ökosysteme und Wirtschaft schädigen

Das Protokoll rückt die Kaspi-Region näher an internationale Umweltstandards heran, zu einer Zeit schnellen wirtschaftlichen Wachstums. Das Meer liegt an wichtigen Europa–Asien Energie– und Verkehrsachsen, wodurch sein Umweltzustand jenseits der Region von entscheidender Bedeutung ist. Eine stärkere Aufsicht ist nötig, um zu verhindern, dass Lebensraumverlust, Verschmutzung und Wasserstandsfluktuationen sowohl Ökosysteme als auch die wirtschaftliche Vernetzung untergraben.

Aserbaidschans Engagement bei der UNO unterstreicht sein Bestreben, den Schutz des Kaspischen Meeres von einer regionalen Priorität zu einer gemeinsamen internationalen Herausforderung zu machen.

Indem die Infrastruktur-Governance mit Umweltverantwortung verknüpft wird, positioniert sich Aserbaidschan als verlässlicher, zukunftsorientierter Partner beim Schutz eines der weltweit einzigartigsten Binnenmeere.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.