Als er mit einem Auto in den Magdeburger Weihnachtsmarkt fuhr, tötete er sechs Menschen und verletzte mehr als 300. Taleb al Abdulmohsen ist nun zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Der tödliche Amoklauf am Magdeburger Weihnachtsmarkt am 20. Dezember 2024 schockierte ganz Deutschland. Der Täter Taleb al Abdulmohsen wurde vor Ort festgenommen und am Freitag zu lebenslanger Haft verurteilt.
Der 51-Jährige wurde der sechs Mordtaten, 338 Fällen versuchten Mordes sowie schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen. Er wurde in Untersuchungshaft genommen, um eine Wiederholung der Straftaten zu verhindern.
Während des Verfahrens gestand Abdulmohsen, den BMW X3-Kompakt-SUV durch die Menge gefahren zu haben, bestreitet aber, absichtlich Menschen überfahren zu haben. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete diese Behauptung als lächerlich.
Das Fahrzeug erreichte laut Berichten während der Amokfahrt eine Geschwindigkeit von 48 Kilometern pro Stunde (30 Meilen pro Stunde) und tötete einen neunjährigen Jungen sowie fünf Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren.
Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft hatte der Arzt aus Saudi-Arabien den Angriff gut im Voraus geplant und war nicht von einer Ideologie motiviert.
Abdulmohsen sagte dem Gericht, er sei wütend darüber, dass die Rechte saudischer Frauen von deutschen Behörden ignoriert würden.
„Der Angeklagte war und ist ausschließlich auf sich selbst bezogen“, sagte der Generalstaatsanwalt Matthias Böttcher.
Nach einem psychiatrischen Gutachter litt der Täter an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung und hatte ein enorm großes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit.
Zur Bewertung des Amoklaufs erklärte Böttcher, er habe „jede menschlich nachvollziehbare Skala überschritten“. Er fügte hinzu: „das von den Opfern und ihren Familien erlittene Leid ist fast unmöglich in Worte zu fassen.“ Das Gericht erkannte die besondere Schwere der Straftat an.
Abdulmohsen, der aus Saudi-Arabien stammt, hatte in Deutschland Asyl erhalten. Er war als Psychiater in einer sicheren psychiatrischen Klinik für psychisch kranke Straftäter in Bernburg, Sachsen-Anhalt, beschäftigt.