Die Ausgabe 2026 zeigt fünf neue Verbindungen, die bereits in diesem Jahr in Betrieb genommen wurden oder starten.
Züge werden schnell zu einer der beliebtesten Reisemöglichkeiten der Europäer.
Eine im Jahr 2025 unter 11.000 Personen von dem Eisenbahnhersteller Hitachi Rail in Auftrag gegebene Umfrage ergab, dass fast die Hälfte der Befragten in den nächsten fünf Jahren häufiger mit dem Zug reisen und weniger mit dem Flugzeug fliegen will.
Doch es gibt ein wachsendes Gefühl, dass Infrastruktur, Kosten und Verfügbarkeit mit der Nachfrage nicht Schritt halten.
Die gleiche Umfrage ergab weltweit, dass sieben von zehn sagen, sie würden den öffentlichen Verkehr stärker nutzen, wenn er besser vernetzt wäre.
Nachtzüge gehören zu den deutlichsten Beispielen, bei denen die Begeisterung für den Service derzeit größer ist als das Angebot.
Trotz des Klimanotstands nehmen Kurzstreckenflüge zu, während Schlafwagenverbindungen in Europa zurückgefahren werden, laut Back-on-Track.eu, einem europäischen Netzwerk zur Förderung grenzüberschreitender Nachtzüge.
Um den aktuellen Stand der Schlafwagen-Verbindungen in Europa hervorzuheben und Reisenden eine nützliche Ressource zu bieten, hat die Gruppe ihre interaktive Nachtzugkarte für 2026 veröffentlicht, die alle regulären Verbindungen in Europa zeigt.
„Die Veröffentlichung erfolgt zu einem zunehmend wichtigen Zeitpunkt, um die Bedeutung des Nachtzugverkehrs als eine tragfähige, nachhaltige Lösung zur Vernetzung Europas für Reisende inmitten einer drohenden Kraftstoffkrise und einer wachsenden Nachfrage nach zugänglichen und nachhaltigen Reisemöglichkeiten zu betonen“, so Back-on-Track in einer Stellungnahme.
Ein aktueller Leitfaden zu Europas Nachtzügen
Die Karte zeigt jede Nachtzugverbindung über den Kontinent hinweg auf einer verkehrsnetz-ähnlichen Karte, während die Website der Organisation eine Datenbank mit detaillierteren Informationen zu jeder Route und Buchungstipps bietet.
Die Ausgabe 2026 zeigt fünf neue Verbindungen – die Paris–Berlin-Verbindung von European Sleeper, neue PKP-Verbindungen, die Polen mit Prag und München verbinden, sowie eine geplante Brüssel–Mailand-Verbindung.
Gleichzeitig sind zehn Linien verschwunden, darunter mehrere beliebte ÖBB Nightjet-Verbindungen sowie die 1.456 Kilometer lange Stockholm-Narvik-Verbindung, eine der längsten Nachtzugstrecken Europas.
Einige Dienste wurden ebenfalls gekürzt, zum Beispiel die ÖBB-Verbindung, die ursprünglich von Bratislava nach Split führte, jetzt aber in Wien beginnt.
„Das größte Hindernis für Nachtzüge in Europa und der Hauptgrund, warum der Zug nach Narvik eingestellt wurde, ist der Mangel an Investitionen in das rollende Material“, sagt Juri Maier, Vorsitzender von Back-on-Track, der die Karte entworfen hat.
„Die Nachfrage ist vorhanden, und der Wettbewerb mit Flugzeugen ist nicht mehr so stark. Konzepte existieren, die bis zu 750 Schlafpassagiere pro Zug transportieren könnten, was den Betrieb auf vielen Strecken rentabel machen würde. Aber um dieses Potenzial freizusetzen, benötigen wir jetzt erhebliche Investitionen.“
Eine weitere Herausforderung sind laufende Gleisarbeiten im ganzen Kontinent, die Nachtzugfahrpläne stören.
Allerdings wird bis 2032 erwartet, dass neue Infrastruktur viel bessere Verbindungen in ganz Europa ermöglicht.
„Die neue Brüssel–Mailand-Verbindung würde eine echte Lücke auf unserer Karte schließen, aber die Route durch die Schweiz wird eine operative Herausforderung darstellen. Wir sind gespannt, ob es klappt“, sagt Giovanni Antoniazzi, Vize-Vorsitzender von Back-on-Track, ein Geoinformationswissenschaftler mit Sitz in Amsterdam, der die Einrichtung der Open Night Train Database koordiniert hat.
Die interaktive Karte ist frei zugänglich unter back-on-track.eu/night-train-map, wo auch ein gedrucktes Poster bestellt werden kann.