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Mehrere Festnahmen in Minneapolis bei Anti-ICE-Protesten – wachsende öffentliche Aufmerksamkeit

10. Januar 2026

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Der Protest reiht sich in breitere Kundgebungen gegen die Einwanderungsdurchsetzungsmaßnahmen der US-Regierung und gegen die tödliche Schießerei an der 37-jährigen Renee Nicole Good ein.

Mindestens drei Personen wurden in den frühen Morgenstunden des Samstags während einer Anti-ICE-Demonstration in Minneapolis in den Vereinigten Staaten festgenommen.

Der Protest fällt zusammen mit breiteren Kundgebungen gegen die Taktiken der Einwanderungsdurchsetzung der US-Regierung sowie gegen die tödliche Schießerei an der 37-jährigen Renee Nicole Good zu Beginn dieser Woche. Ein separater Vorfall einer Schusswaffe in Portland, Oregon, bei dem Grenzschutzbeamte zwei Personen erschossen und verwundet hatten, nur einen Tag nach Goods Tod, erhitzte die Gemüter weiter.


People participate in a protest and noise demonstration calling for an end to federal immigration enforcement operations in the city, Friday, Jan. 9, 2026, in Minneapolis.


Good wurde von einem Beamten der Einwanderungs- und Durchsetzungsbehörde (ICE) während einer Durchsuchungsaktion in einer Wohnstraße erschossen. Zeugenvideos von dem Vorfall zirkulierten schnell online und zogen weltweite Aufmerksamkeit auf sich.

Das Video scheint zu zeigen, wie Good versucht, die Szene zu verlassen, doch Mitglieder der Trump-Administration, einschließlich des US-Präsidenten selbst, verteidigten den ICE-Beamten, beriefen sich auf Selbstverteidigung und behaupteten, Good habe versucht, den Beamten zu überfahren.

Neues Video bringt neue Skepsis bei der Tötung von Good

Nun wurde ein neues Video veröffentlicht, das denselben Vorfall aus der Perspektive des Beamten zeigt, der Good erschossen hat.

Während im Hintergrund Sirenen aufheulen, wird der Beamte gezeigt, wie er den SUV von Good umläuft. Als er am Fahrersitz vorbeikommt, ist Good zu sehen, wie sie sich aus dem Fenster lehnt und sagt: „That’s fine, dude, I’m not mad at you“.

Wenige Augenblicke später tritt Goods Ehefrau in den Bildrand, die den Vorfall separat mit ihrem eigenen Gerät aufgenommen hatte.

„US-Bürger, ehemaliger verdammter Veteran,“ sagt sie, während sie außerhalb der Beifahrerseite des Fahrzeugs steht, „Wenn du uns angreifen willst, wenn du uns angreifen willst, sag ich dir, geh dir etwas zu essen holen, Großer.“

Zu diesem Zeitpunkt sind im Hintergrund weitere Beamte zu sehen, die auf das Fahrzeug zulaufen und Good auffordern, aus dem Auto auszusteigen. Good fährt daraufhin kurz zurück, dreht das Lenkrad in Richtung Beifahrerseite und fährt weiter. In diesem Moment eröffnete der Agent das Feuer.

Als Goods Auto außer Kontrolle gerät und davonstößt, erhebt sich vor Ort die Verbaläußerung „verdammt Hure“, offenbar an Good gerichtet. Der verbale Austausch verstärkte die öffentliche Empörung weiter.

A sign for Renee Good, who was fatally shot by an ICE agent in Minneapolis, on the ground outside the US Immigration and Customs Enforcement facility in Portland. Jan 9, 2026.

A sign for Renee Good, who was fatally shot by an ICE agent in Minneapolis, on the ground outside the US Immigration and Customs Enforcement facility in Portland. Jan 9, 2026.


Nach den Richtlinien der ICE sollen Beamte und Agenten zu Beginn von Durchsetzungsmaßnahmen Körperkameras einschalten. Dieses Filmmaterial wird dann zur Überprüfung bei schweren Zwischenfällen aufbewahrt. Das neu veröffentlichte Filmmaterial wurde jedoch Berichten zufolge mit dem Handy des Agenten aufgenommen. Es bleibt unklar, ob derjenige, der auf Good feuert, eine Körperkamera trug.

Lennart Krüger

Lennart Krüger

Ich bin Lennart Krüger, Redakteur bei S-Bahn Hamburg. Ich schreibe über Stadtleben, Kultur und alles, was Hamburg bewegt – von neuen Projekten bis zu verborgenen Geschichten. Meine Leidenschaft: die Vielfalt dieser Stadt in Worte zu fassen.