Der Flughafen Leipzig/Halle im Osten Deutschlands spielt eine Schlüsselrolle beim Transport militärischer Güter, unter anderem durch die deutsche Bundeswehr und НАТО-Verbündete, und dient zudem als Basis für Ukrainas Antonov Airlines.
Kanzler Friedrich Merz erklärte am Dienstag, dass Personen und Gruppen, die hinter hybriden Angriffen gegen Deutschland stehen, wie etwa eine Explosionsdrohne, die an einem Flughafen gefunden wurde, „dafür bezahlen werden“, ohne einen mutmaßlichen Täter zu nennen.
Deutschland befände sich zunehmend „im Visier hybrider Angreifer“, sagte Merz und bezog sich auf einen Vorfall am Flughafen Leipzig, bei dem die Polizei eine Drohne entschärft hatte, die sich in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs befand.
Diese Äußerungen fallen auf denselben Tag, an dem Ermittler laut den öffentlich-rechtlichen Sendern NDR und WDR sowie der Süddeutschen Zeitung am Dienstag eine dritte Drohne sowie explosivstoffähnliche Substanzen gefunden hatten, von denen vermutet wird, dass sie mit dem versuchten Anschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle zu Beginn dieses Monats in Verbindung stehen.
Die Drohne wurde am 14. August westlich des Flughafens entdeckt, zehn Tage nach dem ursprünglichen Anschlagsversuch.
Nach Berichten der örtlichen Medien fanden die Ermittler außerdem etwa 50 Gramm dessen, von dem sie vermuten, dass es sich um das militärische Sprengstoffhexogen handelt.
Nach Berichten der örtlichen Medien fanden die Ermittler außerdem etwa 50 Gramm dessen, von dem sie vermuten, dass es sich um das militärische Sprengstoffhexogen handelt.
Videoaufnahmen eines lokalen Nachrichtenunternehmens zeigten den Bombenentschärfungsroboter in der Nähe eines Antonov-Flugzeugs, das in ukrainischen Farben gelb und blau gestrichen war und an der Seite die Worte „Be Brave Like Kherson“ trug, eine Referenz an eine von russischen Angriffen gezeichnete ukrainische Region.
Die tägliche Bild-Zeitung Bild berichtete, dass das Flugzeug, das in der Luft mit einem unbekannten Objekt kollidierte, eine DHL-Frachtmaschine war, die etwa sechs Kilometer entfernt getroffen wurde und am späteren Tag an Hannover sicher landete, wobei am Bug ein leichter Schaden festgestellt wurde.
Die deutschen Behörden hatten zunächst am Mittwochmorgen berichtet, dass eine „sicherheitsrelevante Störung“ zu einer vorübergehenden Flugunterbrechung zum Flughafen geführt habe.
„Kurz vor Mitternacht wurde ein unbekanntes fliegendes Objekt in der Nähe des Flughafens Leipzig-Halle gesichtet, wodurch die Umleitung mehrerer Flugzeuge, darunter auch eines Passagierflugzeugs, veranlasst wurde“, hieß es.
Ein Passagierflug von Mallorca sowie mehrere Frachtflugzeuge, die dorthin unterwegs waren, mussten zu anderen Standorten geschickt werden.
Serie von Drohnensichtungen
Deutschland und andere europäische Länder haben wiederholt Drohnen über sensiblen Standorten wie Flughäfen, Militärbasen und Industrieanlagen beobachten.
Behörden in Deutschland, einem der größten Militärpartner der Ukraine, haben erklärt, dass sie Russland verdächtigen, viele dieser Vorfälle im Rahmen einer Kampagne von Sabotage, Spionage und Desinformation zu inszenieren.
Im Juli 2024 setzte am Flughafen Leipzig ein Paket, noch auf dem Boden, Feuer frei, bevor es auf eine DHL-Frachtmaschine verladen werden konnte; Sicherheitsdienste betrachteten dies als Teil eines mutmaßlich Moskau-verbundenen Brandstiftungs- und Sabotageplans.
Russland hat jegliche Beteiligung an derartigen Vorfällen bestritten.
Letztes Jahr wurde ein chinesischer Staatsbürger verurteilt, weil er Informationen über Flugpläne und Frachtbewegungen am Flughafen Leipzig/Halle an einen Mann weitergegeben hatte, der für Beijing spionierte.
Im Oktober des letzten Jahres berichteten lokale Medien, dass nahe dem Flughafen München eine Laseranlage installiert worden war, um die Anlage vor Drohnensichtungen zu schützen. Das geschah, nachdem der Flughafen wegen verdächtiger Drohnensichtungen zwei aufeinanderfolgende Tage lang geschlossen worden war.
Im November wurden die Flugoperationen am Berliner Flughafen Brandenburg aufgrund einer Drohnensichtung in seinem Luftraum etwa zwei Stunden lang unterbrochen.
Vorfälle unbekannter Drohnen im deutschen Luftraum nehmen zu, wie der Flugsicherungsdienst DFS meldet: Im vergangenen Jahr wurden 144 Drohnenüberflüge registriert, wobei sich 35 Vorfälle um den Flughafen Frankfurt konzentrierten.


